Was macht Seuchen so gefährlich?

    19. Juli 2017, 09:59
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    Im Mittelalter tötete die Pest Millionen Menschen. Gibt es heute noch Seuchen?

    Sie war die größte Seuche, die es je gegeben hat: die Pest. Vor Hunderten von Jahren, im Mittelalter, starben daran rund 25 Millionen Menschen in Europa. Das sind zirka dreimal so viele Menschen, wie heute in Österreich leben. Der Schwarze Tod, wie die schreckliche Krankheit genannt wurde, ließ die Gesellschaft des Mittelalters im Chaos versinken. Vermutlich ist sie durch Ratten, die an Bord von Schiffen mitreisten, nach Europa gekommen.

    Heute ist die Pest nicht mehr so gefährlich: "Wir wissen, dass der Erreger in bestimmten Ländern vorkommt, aber es wird nicht mehr zu einer solchen Epidemie kommen", sagt Florian Thalhammer von der Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien. Aber es gibt andere hochansteckende Krankheiten. "Aktuell etwa das Zika-Virus in Südamerika", sagt Thalhammer in der Ö1- Kinderuni. Auch das sogenannte Denguefieber sei eine Bedrohung.

    Ab wann man von Seuche spricht

    2014 sind tausende Menschen in Westafrika an dem hochansteckenden Ebola-Virus gestorben. In Österreich gab es keine Ebola-Patienten, und inzwischen konnte die Krankheit auch in Afrika wieder unter Kontrolle gebracht werden. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte die Seuche letzten Sommer für beendet. Von einer Seuche spricht man übrigens, wenn eine hochansteckende Infektion mit Bakterien oder Viren viele Menschen oder Tiere in kurzer Zeit sehr krank macht.

    Wie schützen sich Ärzte, wenn sie Patienten behandeln? "Händewaschen und Desinfizieren ist wichtig", sagt Experte Thalhammer. Zum Schutz trage man auch spezielle Mäntel, Masken, Hauben und Handschuhe. Bei Viren wie Ebola seien auch Schutzanzüge notwendig. (lib, 19.7.2017)

    Die Ö1-Kinderuni über Seuchen ist online nachzuhören. Die nächste Ö1-Kinderuni am Donnerstag um 16.40 Uhr widmet sich dem Thema "Vom Mund bis zum After. Eine Reise durch das Verdauungssystem". Am Samstag im STANDARD.

    • 2014 sind tausende Menschen in Westafrika an dem hochansteckenden Ebola-Virus gestorben. Letzten Sommer erklärte die Weltgesundheitsorganisation die Seuche für beendet.
      foto: ap/frederick murphy

      2014 sind tausende Menschen in Westafrika an dem hochansteckenden Ebola-Virus gestorben. Letzten Sommer erklärte die Weltgesundheitsorganisation die Seuche für beendet.

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