US-Sondergesandter: Aussöhnung im Irak nach IS-Niederlage möglich

14. Juli 2017, 06:31
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McGurk: 1,9 Millionen Iraker inzwischen in Heimatregion zurückgekehrt

Washington- Die Aussöhnung der Iraker nach einer erfolgreichen Niederschlagung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist aus Sicht der US-Regierung möglich. Nach der Befreiung ihrer Heimatregionen von dem sunnitischen Terrorregime seien inzwischen 1,9 Millionen Iraker dorthin zurückgekehrt, sagte der US-Sonderbeauftragte für die Anti-IS-Koalition, Brett McGurk, am Donnerstag (Ortszeit) in Washington.

Dort hatte drei Tage lang die aus 72 Mitgliedern bestehende Anti-IS-Koalition getagt, um über weitere Schritte zu beraten. Die Lage im Irak wird zudem nicht nur durch Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten zusätzlich verkompliziert.

McGurk sprach sich auch gegen ein Referendum zur Unabhängigkeit Kurdistans im September aus, wie es von kurdischen Parteien geplant ist. "Wir sind nicht der Meinung, dass das Referendum im September stattfinden sollte", sagte er. "Der IS ist im Moment noch nicht besiegt." Es seien weitere Kämpfe notwendig, in die auch kurdische Peschmerga-Kämpfer involviert sein würden. "Das ist nicht die richtige Zeit, um in diesen Gegenden ein Referendum abzuhalten", sagte McGurk.

Kampf in Syrien komplizierter

Der Kampf gegen die Terrormiliz sei in Syrien weiterhin deutlich komplizierter als im Irak, wo Regierungstruppen jüngst die Millionenstadt Mossul vom IS zurückerobert hatten. Hoffnung mache die zwischen den USA, Russland und Jordanien ausgehandelte – und nach seinen Worten stabile – Waffenruhe im Südwesten. Diese sei mit allen ihren Bedingungen sorgfältig ausgearbeitet worden. "Die Russen haben sehr deutlich gemacht, dass sie das sehr ernst nehmen", betonte der US-Sondergesandte.

Russland habe auch angeboten, Kräfte zur Überwachung der Waffenruhe bereitzustellen. Der Verhandlungsprozess in dieser Hinsicht sei aber noch nicht abgeschlossen. Ausgehend von der Waffenruhe könne der Kampf gegen IS-Gruppen in der Region aufgenommen werden. (APA/dpa, 14.7.2017)

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    foto: reuters
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