Podgorica schlägt Sturm in eineinhalb Minuten

13. Juli 2017, 23:04
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Ein Elfmeter in der Anfangsphase entschied das Hinspiel der Grazer gegen Mladost. Den 0:1-Rückstand konnte man vor eigenem Publikum nicht mehr wettmachen

Graz – Sturm Graz läuft in der Qualifikation zur Europa League einem Rückstand hinterher. Im Zweitrunden-Hinspiel gegen Mladost Podgorica kassierten die Steirer am Donnerstagabend eine 0:1 (0:1)-Niederlage. Kommenden Donnerstag ist man im Rückspiel in Montenegros Hauptstadt also noch mehr gefordert, auch wenn sich Mladost alles andere als übermächtig präsentierte.

Der Gegentreffer fiel nach einem schweren Schnitzer von Christian Schulz schon in der 2. Minute. Milos Krkotic war aus einem Elfmeter erfolgreich, Sturms Kapitän hatte Glück, dass sein Foul nicht mit einem Ausschluss geahndet wurde. Danach spielte Sturm zwar auf ein Tor, die Montenegriner verteidigten das Ergebnis jedoch bis zum Schlusspfiff. Für die Grazer setzt sich damit eine Misserfolgssere fort, sie sind nun seit neun Europacup-Spielen ohne Sieg.

Ein Beginn zum Vergessen

Das erste Pflichtspiel der neuen Saison begann für Sturm vor 7.100 Zuschauern denkbar schlecht. Schulz missglückte ein Rückpass völlig, der Routinier brachte daraufhin als letzter Mann nach nur 32 Sekunden den anstürmenden Ivan Knezevic zu Fall. Krkotic verwertete den fälligen Strafstoß gegen Jörg Siebenhandl, der anstelle von Christian Gratzei im Tor stand.

Neben Siebenhandl hatte Trainer Franco Foda mit Peter Zulj und Thorsten Röcher zwei weitere Zugänge in die Start-Elf beordert. Sturm bestimmte das Geschehen, versuchte es gegen das den Strafraum verbarrikadierende Podgorica aber zu oft durch die Mitte.

Pech kam auch dazu, bei einem nicht gegebenen Treffer von Stefan Hierländer in der 5. Minute stand der Grazer eher nicht im Abseits. Einen Kopfball von Philipp Zulechner parierte kurz darauf Podgoricas Schlussmann (13.) stark. Ansonsten erzeugte Sturm bis zum Pausenpfiff kaum Torgefahr.

Gewisse Besserung nach der Pause

Als unterlegene Elf konzentrierte sich Mladost auch nach der Pause darauf, Sturms Aktionen mit allen Mitteln zu zerstören. Den Grazern gelang weiter wenig. Zulechner hatte den Ausgleich auf dem Fuß, traf aber aus fünf Metern aber aus spitzem Winkel das Tor nicht (56.). Mladost, in Podgorica die Nummer zwei hinter Meister Buducnost, tauchte erst in der 67. Minute durch Knezevic wieder gefährlich vor Siebenhandl auf. Der stämmige Angreifer brachte aber keinen brauchbaren Abschluss zustande.

Foda versuchte mit der Einwechslung von Marc Andre Schmerböck und Philipp Huspek anstelle von Röcher und Zulj das Steuer herumzureißen. Huspek wurde bei einer Flanke von Zulechner irritiert, sein entsprechend schwacher Kopfball landete neben dem Gehäuse (72.). Aufregung herrschte erst wieder in der Nachspielzeit. Bei Mladost sah Andrija Kaludjerovic zunächst Gelb-Rot, dann landete der Ball nach einem Freistoß zwar im Tor, der eingewechselte Fabian Schubert stand bei seinem Abschluss aber im Abseits. (APA, red, 13.7.2017)

Europa-League-Qualifikation, 2. Runde, Hinspiel, Donnerstag

Sturm Graz – Mladost Podgorica 0:1 (0:1)
Merkur-Arena, 7.100 Zuschauer, SR Mattias Gestranius (FIN)

Tor: 0:1 (2.) Krkotic (Elfmeter)

Sturm: Siebenhandl – Koch, Maresic, Schulz (80. Schubert), Lykogiannis – P. Zulj (70. P. Huspek), Lovric – Hierländer, Alar, Röcher (64. Schmerböck) – Zulechner

Podgorica: Ljuljanovic – Djurisic, Cicmil, Vukcevic, Novovic – Raicevic (76. Stijepovic), Kaludjerovic – Petrovic, Cetkovic (87. Vlahovic), Krkotic (63. Bukorac) – Knezevic

Gelb-Rote Karte: Kaludjerovic (92./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Schulz, Maresic bzw. Krkotic

Rückspiel am 20. Juli (20.30 Uhr) in Podgorica

Stimmen:

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Fehler passieren, wir haben welche am Anfang gemacht. Das war kein guter Beginn für die Mannschaft. Wir waren optisch überlegen, der Gegner hatte keine einzige Tormöglichkeit im gesamten Spiel. Der Gegner stand sehr tief, da musst du Geduld haben und schneller spielen. Wir haben zweite Halbzeit unsere Möglichkeiten dann leider nicht genutzt. Alles ist noch möglich. Wir können auch auswärts Tore machen."

Christian Schulz (Sturm-Kapitän): "Schlechter hätte das Spiel nicht beginnen können. Es wäre regelkonform sogar eine rote Karte gewesen. Sie haben danach mit Mann und Maus verteidigt. Wir sind auch nicht so zielstrebig zum Tor gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben. Sie feiern jetzt, als ob sie schon aufgestiegen sind. Ich denke, es wird noch ein heißes Rückspiel."

Dejan Vukicevic (Mladost-Trainer): "Wir haben gesiegt, Sturm ist ein großer Klub. Wir haben daran geglaubt, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen können. Aber Sturm ist nach wie vor Favorit. Wir haben einen Vorteil, aber der Sieg wird uns nicht in Sicherheit wähnen."

  • Milos Krkotic bringt Podgorica mit einem Elfmeter in Führung, Stefan Hierländer ist parterre.
    foto: apa/scheriau

    Milos Krkotic bringt Podgorica mit einem Elfmeter in Führung, Stefan Hierländer ist parterre.

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