Denkmal soll an Frauen im Widerstand in Salzburg erinnern

    13. Juli 2017, 15:51
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    KZ-Verband und Patinnen für Erweiterung des Rosa-Hofmann-Denkmals im Stölzlpark

    Salzburg – Im Laufe des Kriegsjahres 1942 wurden sieben Frauen aus Salzburg aufgrund ihres Widerstands gegen den Nationalsozialismus ohne Prozess nach Auschwitz deportiert und ermordet. Der Widerstand von Rosa Bermoser, Maria Bumberger, Anna Frauneder, Marianne Innerberger, Anna Prähauser, Anna Reindl und Josefine Lindorfer solle angemessen gewürdigt werden, sagt Patrick Bohn vom KZ-Verband Salzburg. Zusammen mit sieben Patinnen fordert der KZ-Verband, dass ein Memorial an die Frauen erinnern soll.

    Die Salzburger Widerstandskämpferin Rosa Hofmann soll aus diesem Anlass auf ihrem Gedenkstein im Stölzlpark in Salzburger Stadtteil Maxglan Gesellschaft bekommen. Das bestehende Denkmal soll im Gedenkjahr 2018 um die Namen der sieben Frauen erweitert werden. Der KZ-Verband hofft auf breite Unterstützung der Salzburger Gemeinderätinnen. In der ersten Sitzung im Herbst soll diesbezüglich ein gemeinsamer Antrag im Gemeinderat eingebracht werden.

    Aufforderung zum Aufschrei gegen Unrecht

    "Das ist ein in politisch turbulenten Zeiten mit schleichendem Abbau demokratischer Werte ein wichtiges Zeichen", sagt die Vizerektorin der Uni Salzburg, Sylvia Hahn, eine der sieben Patinnen. Auch die Politologin Barbara Wolf-Wicha unterstützt die Erweiterung: "Es ist nicht nur ein Erinnerungsmahnmal, sondern auch eine Aufforderung an alle Frauen, bei Ungerechtigkeiten laut aufzuschreien."

    Weitere Patinnen sind die ehemalige Präsidentin der Katholischen Aktion, Luitgard Derschmidt, die Sprecherin des Salzburger Frauenrats, Birgit Buchinger, die Vorsitzende des Frauengesundheitszentrums Salzburg, Katharina Schmid, Journalistin Katharina Krawagna-Pfeifer und die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Salzburger Gebietskrankenkasse, Karin Hofer.

    Denkmal seit zwei Jahren öffentlich zugänglich

    Das Rosa-Hofmann-Denkmal wurde erst vor zwei Jahren in den Stölzlpark verlegt. Zuvor stand es im privaten Gartenbereich des Kindergartens Maxglan-Stölzlpark, wo es nicht öffentlich zugänglich war. Wenige Tage nach der Verlegung wurde das Mahnmal bereits beschmiert. Rosa Hofmann war 1943 von den Nationalsozialisten im Alter von 23 Jahren ermordet worden. Sie hatte den Kommunistischen Jugendverband in Salzburg geleitet, Flugblätter vervielfältigt und verteilt und diese auch bei Wehrmachtsangehörigen in Umlauf gebracht.

    Die sieben Frauen des politischen Widerstands waren im Zuge der Zerschlagung der KPÖ Salzburg 1942 inhaftiert worden. Während gegen ihre Ehemänner noch Verfahren am Volksgerichtshof in Berlin liefen, waren die Frauen ohne Prozess in Ausschwitz ermordet worden. Sie hatten keine Chance bekommen, sich vor Gericht zu verteidigen. Anna Reindl war mit Rosa Hofmann in einer Frauenzelle organisiert gewesen.

    Derzeit erinnern Stolpersteine vor den letzten Wohnorten der sieben Widerstandskämpferinnen in der Stadt Salzburg und in Hallein an sie. Geht es nach dem Plan der Initiatoren, könnte die Ausschreibung für das Memorial noch heuer erfolgen. Eine Fachjury soll dabei die historischen und künstlerischen Anforderungen formulieren. (Stefanie Ruep, 13.07.2017)

    • Rosa Hofmann soll auf ihrem Denkmal im Stölzlpark Gesellschaft von sieben Frauen im Widerstand bekommen.
      foto: stefanie ruep

      Rosa Hofmann soll auf ihrem Denkmal im Stölzlpark Gesellschaft von sieben Frauen im Widerstand bekommen.

    • Vier der sieben Patinnen für die Erweiterung des Mahnmals (von links nach rechts): die ehemalige Präsidentin der Katholischen Aktion, Luitgard Derschmidt, Politologin Barbara Wolf-Wicha, Journalistin Katharina Krawagna-Pfeifer und die Vorsitzende des Frauengesundheitszentrums Salzburg, Katharina Schmid.
      foto: kz-verband

      Vier der sieben Patinnen für die Erweiterung des Mahnmals (von links nach rechts): die ehemalige Präsidentin der Katholischen Aktion, Luitgard Derschmidt, Politologin Barbara Wolf-Wicha, Journalistin Katharina Krawagna-Pfeifer und die Vorsitzende des Frauengesundheitszentrums Salzburg, Katharina Schmid.

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