Grazer Start-up verwertet verschrottete Airbus-Maschinen

13. Juli 2017, 13:52
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Rund 100 Tonnen Aluminium, Titan, Kupfer und Stahl der ausgemusterten Flieger der belgischen Regierung werden verwertet

Graz/Bratislava – Das Grazer Start-up-Unternehmen Schrott 24, das Altmetallpreise online vergleicht, hat zwei verschrottete Airbus A310 der belgischen Regierung gekauft. Rund 100 Tonnen Aluminium, Titan, Kupfer und Stahl mit einem hohen fünfstelligen Marktwert fallen bei dem Auftrag an, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Sie werden nun weiterverkauft.

Die Internetplattform bietet seit zwei Jahren Privatpersonen und Unternehmen den Preisvergleich und den Handel mit Altmetall im Internet an. Das soll den Schrotthandel transparenter und kundenorientierter machen. Vorläufiger Höhepunkt in der Unternehmensgeschichte ist die Verschrottung der beiden Passagierflugzeuge in Zusammenarbeit mit der slowakischen Firefly Aircraft Salvaging – einem ebenfalls noch jungen Unternehmen, das sich auf die Verwertung ausrangierter Fracht- und Passagierflugzeuge spezialisiert hat. Firefly hat die Maschinen von einem belgischen Abrissunternehmen verschrotten lassen und das Altmetall an Schrott 24 verkauft, das dieses wiederum an Abnehmer bringt.

Kabine bleibt für Vorführzwecke erhalten

Nicht alles wurde verschrottet: Teile der Passagierkabine werden an Airbus geliefert und für Vorführzwecke umgestaltet, teilte Firefly mit. Für Schrott-24-Chef Jan Pannenbäcker sind die beiden Flugzeuge "etwas ganz Besonderes". Die Verkäufer derart großer Schrottmengen würden über die digitale Plattform zu seinem Unternehmen finden. "Da wir die einzige Online-Plattform in der Altmetallbranche haben, verzeichnen wir verstärkt Aufträge für Großprojekte", so Pannenbäcker. "Wir matchen die Mengen der angebotenen Metalle europaweit mit der aktuellen Nachfrage von Werken, Recyclern, Schrotthändlern und auch Speditionen für die notwendige Logistik, um immer das beste Angebot finden zu können."

Neben den großen Aufträgen komme aber der meiste Umsatz mit kleineren und regelmäßigen Aufträgen von Gewerbebetrieben oder privaten Haushalten herein. Wobei "Kleinaufträge" relativ zu sehen sei: Bis zu vier Tonnen Buntmetall werden in der Regel direkt auf der Plattform verkauft, für größere Tonnagen erstellen Experten individuelle Angebote, da so besser auf die spezifischen Anforderung in der Abwicklung und Logistik eingegangen werden könne. "Damit sind wir nicht nur transparent, sondern auch schnell in der Abwicklung", so Pannenbäcker. (APA, 13.7.2017)

  • Jan Pannenbäcker, CEO von Schrott 24, auf einem der beiden von Schrott 24 verwerteten Airbus A310.
    foto: schrott24

    Jan Pannenbäcker, CEO von Schrott 24, auf einem der beiden von Schrott 24 verwerteten Airbus A310.

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