Dreimal mehr Flüchtlinge in Spanien, plus 21 Prozent in Italien

13. Juli 2017, 12:06
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Frontex-Halbjahresbilanz: Insgesamt kamen 68 Prozent weniger Migranten in die EU als ein Jahr davor

Rom – Die Zahl der Flüchtlinge ist im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 um 68 Prozent gesunken. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex berichtete am Donnerstag gleichzeitig, dass sich die Flüchtlingsströme verlagerten. So wurden drei mal mehr Flüchtlinge in Spanien registriert, in Italien gab es einen Anstieg um 21 Prozent.

Allein im Juni wurden 30.700 illegale Migranten auf den vier Hauptflüchtlingsrouten in der EU aufgegriffen. Die Gesamtzahl der Flüchtlinge betrug 116.000 in den ersten sechs Monaten. Dabei stach die über die Mittelmeerroute nach Italien kommende Zahl der Migranten mit 85.000 hervor. Das waren um 21 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2016. Dabei bildeten Flüchtlinge aus Nigeria und Guinea den größten Anteil.

Über die östliche Mittelmeerroute kamen im Juni 2.600 Flüchtlinge in Griechenland an, im gesamten ersten Halbjahr waren es 9.000 Migranten. Das sind um 94 Prozent weniger als von Jänner bis Juni 2016. Hier bildeten Syrier, Pakistaner und Iraker die Hauptgruppe, die wiederum vor allem über die Landgrenze zwischen Türkei und Griechenland in die EU kamen.

Zur westlichen Mittelmeerroute berichtete Frontex, dass die 9.000 nach Spanien gelangten Migranten drei Mal mehr waren als in den ersten sechs Monaten 2016. Die Zielpunkte waren dabei die Enklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika sowie auch über das Mittelmeer.

Keine Zahlen wurden von der de facto geschlossenen Westbalkanroute berichtet. Frontex verwies darauf, dass im Juni nur eine "geringe Zahl von Aufgriffen von illegalen Grenzübergängen" registriert wurden, ähnlich wie in den vergangenen Monaten. (APA, 13.7.2017)

  • Insgesamt kamen in den ersten sechs Monaten um 68 Prozent weniger Migranten in die EU als im Vergleichszeitraum 2016.
    foto: apa/afp/aris messinis

    Insgesamt kamen in den ersten sechs Monaten um 68 Prozent weniger Migranten in die EU als im Vergleichszeitraum 2016.

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