Nemzow-Mord: Angeklagte zu elf bis 20 Jahren Haft verurteilt

13. Juli 2017, 11:15
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Hauptangeklagter soll Schuss auf den Kreml-Kritiker abgegeben haben

Moskau – Ein wegen Mordes an dem russischen Regierungskritiker Boris Nemzow Verurteilter muss für 20 Jahre ins Gefängnis. Über vier weitere Männer verhängte ein russisches Gericht am Donnerstag wegen Komplizenschaft Haftstrafen von elf bis 19 Jahren.

Nemzow war einer der prominentesten Gegner von Präsident Wladimir Putin. 2015 wurde er auf offener Straße nahe dem Kreml nach einem Abendessen mit seiner Freundin im Alter von 55 Jahren getötet. Kurz vor seiner Ermordung hatte er an einem Bericht über die Rolle Russlands in der Ukraine gearbeitet.

Anwalt: Hintermänner waren nicht angeklagt

Die Angeklagten waren bereits Ende Juni schuldiggesprochen worden. Sie sollen Nemzow für ein Kopfgeld in Höhe von 15 Millionen Rubel (etwa 222.000 Euro) umgebracht haben. Der hauptangeklagte ehemalige Tschetschenien-Kämpfer Saur Dadajew soll den Schuss abgegeben haben.

Der Anwalt von Nemzows Tochter kritisierte, dass diejenigen, die das Verbrechen angeordnet und organisiert hätten, nicht auf der Anklagebank gesessen seien. Dadajews Anwalt erklärte, es lägen "unwiderlegbare Beweise" vor, dass sein Mandat das Verbrechen nicht begangen habe. (Reuters, 13.7.2017)

  • Die wegen Mordes Verurteilten am Donnerstag.
    foto: reuters / tatyana makeyeva

    Die wegen Mordes Verurteilten am Donnerstag.

  • Der Oppostionelle Nemzow war in Sichtweite des Kremls erschossen worden.
    foto: reuters / maxim shemetov

    Der Oppostionelle Nemzow war in Sichtweite des Kremls erschossen worden.

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