Designierter FBI-Chef sagt Kooperation bei Russland-Ermittlungen zu

12. Juli 2017, 19:17
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Wray distanziert sich von Trumps Vorwurf der "Hexenjagd"

Washington – Der designierte FBI-Chef Christopher Wray hat seine Kooperation bei den Ermittlungen zur Russland-Affäre zugesagt. Er wolle im Rahmen der rechtlichen Vorgaben mit dem Sonderermittler Robert Mueller zusammenarbeiten, versicherte der von US-Präsident Donald Trump nominierte Kandidat für die Leitung der Bundespolizei am Mittwoch in einer Senatsanhörung.

Wray bestritt auch, dass es sich bei den von Mueller geleiteten Ermittlungen zu den dubiosen Russland-Kontakten von Trumps Wahlkampfteam um eine "Hexenjagd" handle. Trump hat sich und seine Regierung wiederholt als Opfer einer historisch beispiellosen "Hexenjagd" bezeichnet.

Die Anhörung des designierten FBI-Direktors wurde vor dem Hintergrund der Russland-Affäre von einem Großteil der US-Öffentlichkeit mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Wray soll die Nachfolge von James Comey antreten, der Anfang Mai überraschend von Trump gefeuert worden war. Als einen von mehreren Gründen für den Rauswurf hatte der Präsident die FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre genannt.

Wray sicherte in der Anhörung eine überparteiliche Amtsführung zu. Er werde für die "strikte Unabhängigkeit" der Polizeibehörde einstehen. Als FBI-Direktor würde er nie zulassen, dass die Behörde "von irgendetwas anderem als den Fakten, dem Gesetz und dem überparteilichen Streben nach Gerechtigkeit angetrieben wird. Punkt." Seine Loyalität gelte "der Verfassung und der Herrschaft des Rechts", sagte der 50-jährige Jurist.

Trump sieht sich wegen der Entlassung Comeys dem Vorwurf ausgesetzt, dass er sich unstatthaft in die FBI-Ermittlungen zu der Russland-Affäre eingemischt habe. Comey hatte in einer Senatsanhörung geschildert, dass ihn der Präsident wegen der Ermittlungen bedrängt habe. Mueller wurde nach der Entlassung Comeys vom Justizministerium als Sonderermittler eingesetzt.

Um FBI-Chef zu werden, braucht Wray die Zustimmung des Senats. Dass er sie bekommt, ist angesichts der dortigen Mehrheit von Trumps Republikanischer Partei so gut wie sicher.

Wray ist ein früherer hochrangiger Mitarbeiter des Justizministeriums. Zu Zeiten von Präsident George W. Bush war er dort unter anderem für die Koordination von Anti-Terrorismus-Maßnahmen nach den Anschlägen des 11. September 2001 mitverantwortlich. Damals arbeitete er eng mit dem FBI zusammen. In den vergangenen Jahren war Wray in einer privaten Anwaltskanzlei tätig. (APA, 12.7.2017)

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