Spotify setzt bei Playlists offenbar auf Fake-Musiker, um Geld zu sparen

    12. Juli 2017, 14:19
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    Streaming-Dienst will dadurch weniger an Labels zahlen – Unternehmen dementiert Bericht

    Wie Music Business Worldwide (MBW) berichtet, soll der Musik-Streaming-Dienst Spotify Playlists mit Fake-Bands auffüllen. Offenbar soll damit Geld gespart werden. Spotify reagierte recht energisch auf die Vorwürfe. Ein Sprecher gab an, dass man niemals Fake-Bands und Fake-Musik kreiert habe und dies auch niemals tun werde. Sämtliche Anschuldigungen seien komplett falsch, so der PR-Verantwortliche.

    50 Interpreten mit 520 Millionen Streams

    MBW hat jedoch 50 Musiker und Bands gesammelt, die bis auf Spotify sonst nirgends im Netz aufscheinen. Weder auf Facebook, SoundCloud oder einer eigenen Website. Zusammengerechnet sollen die 50 Interpreten auf 520 Millionen Streams kommen. Sie sind nämlich auf einigen großen Playlists gelistet und werden somit regelmäßig gehört.

    Deutliche Ersparnis für Streaming-Dienst

    Gegenüber MBW meldete sich zu der Causa ein Informant, der behauptet, dass diese Fake-Musiker eine ordentliche Ersparnis für den Streaming-Dienst mit sich bringen. Diese seien nämlich verständlicherweise deutlich günstiger als Musik der traditionellen Labels. Spotify zahlte 2013 etwa für jeden Stream 0,84 Cent pro Song an die Rechteinhaber.

    Insider bestätigt Praxis

    Ein Insider erzählte MBW, dass er angesichts des Berichts wenig überrascht sei. Es sei bei Spotify länger Praxis, Musik von Firmen sehr günstig einzukaufen. Die Labels würden das hassen, erklärt der Insider. Spotify würde mit diesen Fake-Bands den Anteil der Labels verkleinern und somit Kosten einsparen, packt der Insider weiter aus. (red, 12.07.2017)

    • Spotify soll bei bestimmten Playlists auf Fake-Bands setzen und sich dadurch Geld ersparen.
      foto: reuters/hartmann

      Spotify soll bei bestimmten Playlists auf Fake-Bands setzen und sich dadurch Geld ersparen.

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