Privacy-Mängel: Bürgerrechtler üben Kritik an Amazon und Whatsapp

    12. Juli 2017, 09:59
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    Nutzer würden nur unzureichend über staatliche Überwachung informieren – Lob für Adobe, Dropbox und Uber

    Bereits zum siebenten Mal hat die Electronic Frontier Foundation seinen jährlichen "Who has your back"-("Wer steht hinter euch")-Bericht zum Umgang großer IT-Firmen mit staatlichen Auskunftsbegehren veröffentlicht. Und dabei zeigen sich auch heuer wieder grobe Unterschiede in der Policy der einzelnen Unternehmen.

    Mangelhafter Einsatz

    Konkret übt die EFF scharfe Kritik an Whatsapp und Amazon. Beide Unternehmen würden zwar mittlerweile zumindest Durchsuchungsbefehle für die Herausgabe von Daten verlangen, sonst aber nur mangelhaften Einsatz für die Rechte ihrer User zeigen. So gebe es bei beiden keine klaren Regeln für die Benachrichtigung der Nutzer im Fall eines staatlichen Auskunftsbegehrens. Hinweise darauf, dass die viel kritisierten National Security Letters, mit denen US-Geheimdienste oft richterliche Anordnungen umgehen, bekämpft werden, gibt es ebenfalls nicht.

    Ranking

    In Summe erhalten Amazon und Whatsapp nur zwei von fünf maximal möglichen Punkten in der Übersicht der EFF. Deutlich zufriedener zeigen sich die Bürgerrechtler mit anderen Unternehmen: Sowohl Google als auch Microsoft und Apple erhalten vier von fünf Punkten. Besser sieht es noch bei Uber, Lyft, Dropbox und Adobe aus, die die volle Punktezahl erhalten.

    Schlusslicht

    Am unteren Ende der Wertung versammelt sich hingegen eine Branche, von der das auch nicht ganz überraschend kommt: Sämtliche US-Telekom-Provider erhalten nämlich nur einen einzigen Punkt. (apo, 12.7.2017)

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      foto: dado ruvic / reuters
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