Zivildienst: Nur 56 machten 2016 Auslandsdienst

    11. Juli 2017, 18:08
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    Bundespräsident Van der Bellen verabschiedete die Volontäre für 2017. Die Freiwilligen für das Ausland werden weniger

    Wien – Erstmalig wurden Sozialdienstleistende Anfang der Woche offiziell durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen verabschiedet. Der freiwillige Sozialdienst ist für junge Männer eine von mehreren Möglichkeiten, einen Zivilersatzdienst abzuleisten. Statistiken des Innenministeriums zeigen jedoch, dass der Auslandsdienst, zu dem auch der Gedenk- und Friedensdienst zählt, als Zivilersatzdienst abnimmt.

    Die Novelle des Zivildienstgesetzes vom Oktober 2013 ermöglicht es jungen Männern, statt des regulären Zivildienstes ein freiwilliges Sozialjahr, ein freiwilliges Umweltschutzjahr oder einen im Ausland geleisteten Gedenkdienst oder Friedens- und Sozialdienst zu absolvieren. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass es sich dabei um eine zehnmonatige durchgehende Tätigkeit bei einem anerkannten Träger handelt. Derzeit sind 27 Trägerorganisationen vom Sozialministerium zugelassen.

    2015 noch 123 Auslandsdienste

    Laut Innenministerium wurden im Jahr 2016 insgesamt 82 Bestätigungen für einen abgeschlossenen Zivilersatzdienst ausgegeben. 56 Bestätigungen gingen an Männer, die einen Auslandsdienst (Gedenk-, Friedens- und Sozialdienst) abgeleistet hatten, 16 an Männer, die ein freiwilliges Sozialjahr abgeschlossen hatten, und zehn an Männer, die ein freiwilliges Umweltschutzjahr beendet hatten. Im Vergleich zum Vorjahr wurden jedoch weniger Zivilersatzdienste bestätigt: 2015 lag die Zahl der Bestätigungen noch bei 148, davon waren alleine 123 Auslandsdienste.

    Die vom Bundespräsidenten bereits am Montagabend verabschiedeten jungen Erwachsenen werden demnächst ihren freiwilligen Sozialdienst im Ausland mit dem Verein "Volontariat bewegt" starten. Der Geschäftsführer von "Volontariat bewegt", Johannes Ruppacher, bezeichnete die erstmalige offizielle Verabschiedung von sozialdienstleistenden Mädchen und Burschen laut "Kathpress" als "Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung". In den Vorjahren waren stets nur Gedenk- und Friedensdiener zum Empfang in die Wiener Hofburg geladen gewesen.

    Tätigkeit für Don-Bosco-Schwestern

    Die Freiwilligen werden in Kinder- und Jugendsozialprojekten der Salesianer Don Boscos und der Don-Bosco-Schwestern in Afrika, Asien oder Lateinamerika tätig sein. Im Jahr 2017 wird die Organisation "Volontariat bewegt" insgesamt 42 Volontäre entsenden, davon sind zwanzig Burschen. Von ihnen werden sich 18 ihren freiwilligen Auslandsdienst als Zivildienst anrechnen lassen.

    Bundespräsident Van der Bellen dankte laut "Kathpress" bei der Feierlichkeit den Sozialdienstleistenden: "Ich gratuliere euch und der Republik Österreich zu eurem Engagement und eurer Entscheidung." Auch Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) dankte den jungen Erwachsenen für ihren Einsatz und zeigte sich erfreut über die Novellierung des Freiwilligengesetzes im vergangen Jahr.

    Die Änderungen des Freiwilligengesetzes haben vor allem die finanzielle Hürden bei der Abwicklung von Freiwilligeneinsätzen beseitigt und ermöglichen eine Teilförderung durch das Sozialministerium. Frauen und Männern wurde durch die Reform der gleiche Zugang zu Auslandsdiensten eröffnet. Alle Freiwillige erhalten nun Familienbeihilfe, eine gesetzliche Sozialversicherung und eine pädagogische Begleitung während ihres Einsatzes. (APA, 11.7.2017)

    • Bundespräsident Van der Bellen verabschiedete die Sozialdienstleistenden in der Hofburg.
      foto: carina karlovits/hbf

      Bundespräsident Van der Bellen verabschiedete die Sozialdienstleistenden in der Hofburg.

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