Asyl: Freiwillige Rückkehr ging um ein Drittel zurück

11. Juli 2017, 14:42
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Die Zahl der zwangsweisen Abschiebungen hat sich erhöht, insgesamt sinken die Asylanträge im Vergleich zum Vorjahr

Wien – Die Zahl der Asylzuerkennungen sinkt. Das zeigt eine Halbjahresauswertung des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl. Die schutzgewährenden Erledigungen gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent zurück. Zudem stieg die Bedeutung des subsidiären Schutzes. Die Zahl der freiwillige Rückkehrer ging um ein Drittel zurück.

Konkret stieg der Anteil des subsidiären Schutzes, der nicht die gleichen Rechte wie der Asylstatus bringt, bei den schutzgewährenden Entscheidungen insgesamt von zwölf Prozent im ersten Halbjahr 2016 auf 25 Prozent in den ersten sechs Monaten 2017.

41 Prozent der Entscheide negativ

Erhöht werden konnte die Zahl der Fall-Erledigungen, nämlich um zehn Prozent. Konkret wurden 30.712 Asylentscheidungen getroffen. In 41 Prozent der Fälle gab es einen negativen Entscheid, in 45 Prozent wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt. Der Rest fällt auf Einstellungen, Aussetzungen und ähnliches.

Eine neue Entwicklung gibt es, was die Außerlandesbringungen angeht. Die stiegen zwar an, das aber nur, weil sich die zwangsweisen Abschiebungen auf 3.553 deutlich erhöht haben. Die freiwillige Rückkehr ging dagegen um rund ein Drittel zurück.

1.000 Euro für Rückkehr

Dem versucht das Innenministerium seit einigen Monaten mit einer Aktion entgegenzuwirken, durch die 1.000 freiwillige Rückkehrer mit 1.000 Euro ausgestattet werden. 780 entsprechende Anträge wurden bereits vom Bundesamt genehmigt. Für die Statistik ist die Aktion vorläufig aufgrund der Fristenläufe aber kaum relevant. Die heimkehrwilligen Flüchtlinge haben nämlich drei Monate Zeit zur Ausreise.

Die Anzahl an verhängten Schubhaften bleibt indes auf einem hohen Niveau. Seit Jahresbeginn wurde in 2.305 Fällen dieses Mittel verhängt. Stark im Anwachsen sind die Asyl-Aberkennungsverfahren. 768 wurden seit Jahresbeginn eingeleitet, das sind bereits so viele wie im gesamten Jahr 2016.

Asylanträge gingen stark zurück

Wie bereits länger bekannt, ist die Zahl der Asylanträge heuer stark zurückgegangen. Laut vorläufiger Bilanz des BFA wurden in den ersten sechs Monaten 12.490 Ansuchen gestellt. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch fast 25.700, 2015 sogar beinahe 28.500. Weniger Anträge bringen auch weniger Verfahren, was für den Abbau des Rucksacks günstig ist. So sind von den rund 143.000 Anträgen, die seit 2015 gesamt gestellt wurden, mittlerweile 70 Prozent erledigt.

Die durchschnittliche Verfahrensdauer liegt derzeit bei rund 14 Monaten und befindet sich damit innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Rahmens von 15 Monaten. 41 Prozent aller Verfahren sind bereits innerhalb von 6 Monaten abgeschlossen. (APA, 11.7.2017)

  • Wie bereits länger bekannt, ist die Zahl der Asylanträge heuer stark zurückgegangen.
    foto: apa/expa/ johann groder

    Wie bereits länger bekannt, ist die Zahl der Asylanträge heuer stark zurückgegangen.

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