EU-Finanzminister wollen Sekundärmarkt für faule Kredite

11. Juli 2017, 13:43
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Die Minister wollen den Preis dafür jedoch nicht festlegen, es gelte das Gesetz von Angebot und Nachfrage

Brüssel – Die EU-Finanzminister wollen den Sekundärmarkt für sogenannte faule Kredite ermöglichen. Der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovskis erklärte nach dem Rat am Dienstag in Brüssel, ein Preis dafür werde nicht festgelegt. Es gelte das Gesetz von Angebot und Nachfrage.

Jedenfalls müssten mangelnde Informationen in diesem Bereich beseitigt werden. "Wir wollen den Sekundärmarkt für non performing loans (NPL) ermöglichen und erleichtern, auch indem wir uns mit asymmetrischen Informationen beschäftigen." Die EU-Bankenbehörde arbeite an Leitlinien, wie Banken Informationen zu solchen NPL geben müssen. "Oft ist es ja so, dass mangelnde Informationen die potenziellen Käufer von NPL abhalten, einen akzeptablen Preis anzubieten. Oft erwarten sich gleichzeitig die Banken mehr, als die Käufer bereit sind zu zahlen. Der Markt funktioniert dann einfach nicht richtig. Da werden wir uns mit regelungspolitischen Barrieren beschäftigen", so Dombrovskis.

Angesprochen darauf, ob dazu einzurichtende Vermögensverwaltungsgesellschaften notleidende Kredite zu 50 Prozent des nominellen Werts kaufen können sollen, winkte Dombrovskis ab. "Ich sage ganz klar, es ist nicht unsere Absicht, Preise für die NPL festzulegen".

"Müssen auf die Tube drücken"

Generell sieht der Vizepräsident der EU-Kommission die Entwicklung bei den faulen Krediten auf dem richtigen Weg. "Aber wir müssen auf die Tube drücken". Der Anteil der NPL sei in den vergangenen beiden Jahren deutlich gesunken.

Der estnische Ratsvorsitzende Finanzminister Toomas Toniste erklärte nach seinem ersten ECOFIN, es sei ein widerstandsfähiges Bankensystem notwendig. Die bisher gefundenen Lösungen bei den NPL seien auf nationaler Ebene beschränkt gewesen. Hier müsse aber grenzüberschreitend vorgegangen werden. Dazu werde der Aktionsplan beitragen, wobei er hinzufügte, dass es keine Pauschallösungen geben könne.

Weitere Themen des EU-Finanzrats waren die Kapitalmarktunion und der Kampf gegen Steuervermeidung. Bei der Kapitalmarktunion wird vom Rat vor allem auf die Einrichtung von Arbeitsgruppen mit verschiedenen Bereichen gesetzt. Grundsätzlich gehe es darum, den Finanzsektor zu stärken und neue Jobs zu schaffen. (APA, 11.7.2017)

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