Würstelstände kämpfen mit Registrierkassen und Lieferdiensten

11. Juli 2017, 12:36
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Laut Branchenbericht ist der Umsatz der Würstel-, Kebab- und Asiastände deutlich gesunken

Wien – Die boomenden Essenslieferdienste wie Mjam, Lieferservice.at und Foodora machen den Würstel- und Kebabständen immer mehr Konkurrenz. Auch die Einführung der Registrierkassenpflicht ließ offenbar die Zahl der Schnellimbisse sinken. Die Erlöse der Fastfood-Branche sanken 2016 gegenüber dem Jahr davor um 0,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, geht aus dem aktuellen Branchenradar hervor.

Die Umsätze der Schnellimbisse zu Endverbraucherpreisen sanken damit erstmals seit Beginn der Branchenradar-Erhebung im Jahr 2007. Die Erlöse gingen zurück, obwohl die Fastfood-Betriebe 2016 die Preise im Durchschnitt um mehr als drei Prozent angehoben haben, schreiben die Branchenexperten von Kreutzer Fischer & Partner. Vom Umsatzrückgang waren allerdings nur Würstelstände und traditionelle Imbisse mit einem Erlösrückgang von 5,2 Prozent und Ethno-Imbisse wie Kebab- und Asiastände mit minus 8,1 Prozent betroffen.

McDonald's ist Marktführer

Die Systemgastronomie – unter anderem McDonald's, Merkur Marktküche, Interspar Restaurants, Burger King – schaffte ein Umsatzplus von 1,2 Prozent. Rund die Hälfte der heimischen Fastfood-Umsätze entfallen auf McDonald's. Die Franchise-Restaurantkette erzielte im vergangenen Jahr in Österreich mit 195 Restaurants und 9.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 586 Millionen Euro (+1,7 Prozent).

Laut dem Branchenradar gibt es vor allem zwei Gründe für den Umsatzrückgang in der Fastfood-Branche. Im Jahr 2016 sank die Zahl der Betriebsstätten um 5,9 Prozent auf 1.540. Als Hauptgrund wird von Branchenvertretern die Einführung der Registrierkassenpflicht angeführt. Außerdem nahmen die stark wachsenden Essenslieferdienste den Schnellimbissen offenbar Umsatz weg.

Zustellung schnellt nach oben

Laut dem Branchenbericht schnellte der Umsatz im Jahr 2016 mit der Zustellung und Abholung von fertigen Speisen in der Gastronomie um nahezu 50 Prozent nach oben. Insgesamt wurden im Jahr 2016 mit Gastro-Lieferdiensten und abgeholten Speisen 930 Millionen Euro umgesetzt, schätzen die Branchenexperten.

Die Systemgastronomie reagiert auf die Expansion der Essenslieferdienste mit Pilotprojekten in einigen Städten, hat sich aber noch nicht zur Auslieferung an allen österreichischen Standorten entschlossen. Um Kannibalisierungseffekte durch die stark wachsende Zahl von einzelnen Burgerrestaurants in Österreich zu vermeiden, reagiere die Burger-Systemgastronomie mit mehr individueller Auswahl, heißt es im Branchenbericht. (APA, 11.7.2017)

  • Würstelstände bekommen nach Kebabständen mehr Konkurrenz: Lieferdienste schnappen sich den Markt.
    foto: apa/georg hochmuth

    Würstelstände bekommen nach Kebabständen mehr Konkurrenz: Lieferdienste schnappen sich den Markt.

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