Parteiaustritte nach Krach bei den Kärntner Grünen

    11. Juli 2017, 11:14
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    Zurückgetretene Landessprecherin Mitsche bleibt Gemeinderätin in Hermagor

    Klagenfurt – Der Krach bei den Kärntner Grünen, der am Samstag im Rücktritt von Landessprecherin Marion Mitsche gegipfelt ist, hat nun zu einer ganzen Reihe von Parteiaustritten geführt. So verließen der Althofener Wolfgang Leitner und die Klagenfurter Thomas Winter-Holzinger und Karin Ruppert die Partei. Mitsche will vorerst Gemeinderätin in Hermagor bleiben.

    Winter-Holzinger und Ruppert wollen weiter im grünen Klub bleiben, ob das möglich sein wird, ist noch offen. Winter-Holzinger erklärte jedenfalls auf APA-Anfrage, dass an einen Mandatsverzicht nicht gedacht sei, auch dann nicht, wenn die Mitarbeit im grünen Klub abgelehnt wird. "Dann sind wir eben wilde Mandatare." Ebenfalls ausgetreten ist der Bezirkssprecher von Feldkirchen, Robert Hauser.

    Nachfolge im Herbst

    Derzeit führt ein mehrköpfiges Leitungsteam die Kärntner Grünen, dem neben Vizeparteichef Michael Johann auch Landesrat Rolf Holub und Klubchefin Barbara Lesjak angehören. Im Herbst soll die Nachfolge geklärt werden. Gesucht wird nach einer Frau, Holub hat aber angedeutet, dass er selbst die Parteispitze übernehmen könnte, falls sich niemand finden sollte. Eskaliert war die Lage nach der Landesversammlung Anfang Juli. Danach waren Vorwürfe laut geworden, dass neu als Parteimitglieder angeworbene Asylwerber von einzelnen Personen "angeleitet" worden seien, wie sie in der Versammlung, bei der die Landeslisten erstellt wurden, abzustimmen hätten.

    Es gebe jedenfalls keine ganze Reihe von Parteiaustritten, erklärte die Landesleitung der Kärntner Grünen am Dienstag. Pressesprecherin Elke Galvin bestätigte drei Austrittserklärungen. "Drei von 700, da kann man wohl noch nicht von einem Exodus reden", meinte Holub zur APA. Er rechne auch nicht damit, dass es noch zu nennenswerten Aderlässen kommen werde.

    Mitsche, die auf den aussichtslosen neunten Platz für die Landtagswahl gereiht worden war, hatte gefordert, diese Vorwürfe extern juristisch überprüfen zu lassen. Damit kam sie im Landesvorstand aber nicht durch, und auch ihre Forderung, dass sich die Partei von Landesgeschäftsführer Christoph Gräfling trennt, erhielt keine Mehrheit. Das Angebot des Vorstands, Gräfling in einer anderen Funktion einzusetzen, lehnte wiederum Mitsche ab. "Ich wollte einen klaren Strich", sagte sie zum STANDARD. Sie denke auch über eine Kandidatur auf einer eventuellen Liste von Peter Pilz nach. (APA, 11.7.2017)

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