Trump will Randal Quarles als obersten Bankenaufseher der Fed

11. Juli 2017, 07:35
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Die Ernennung von Quarles, der schon unter George W. Bush im Finanzministerium arbeitete, muss noch vom Senat bestätigt werden

Washington – US-Präsident Donald Trump will den früheren Finanzministeriumsmitarbeiter Randal Quarles zum obersten Bankenaufseher der Notenbank (Fed) machen. Das Präsidialamt kündigte die Ernennung von Quarles am Montag in Washington an. Er muss noch vom Senat bestätigt werden.

Quarles wird eine zentrale Rolle spielen bei Trumps Plänen, die nach der Finanzkrise eingeführten Bankenregulierungen teilweise zu lockern. Quarles hatte sich in der Vergangenheit bereits dafür ausgesprochen, die in der Amtszeit von Trumps Vorgänger Barack Obama beschlossenen Vorgaben für die Branche weiterzuentwickeln. Er arbeitete unter dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush in einer führenden Position im Finanzministerium. Außerdem war er für den Internationalen Währungsfonds (IWF) tätig. Derzeit leitet er die von ihm gegründete Investmentfirma Cynosure Group. Davor war er Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group.

Vorgänger trat zurück

Quarles soll in der Fed einen Posten übernehmen, der nach der Finanzkrise 2008 geschaffen wurde, aber in Obamas Amtszeit nie besetzt wurde. Für die Bankenaufsicht in der Fed war zuletzt der Top-Notenbanker Daniel Tarullo verantwortlich, der im Frühjahr allerdings zurücktrat. Tarullo gilt als Architekt der verschärften Bankenregeln (Dodd-Frank-Gesetz), mit denen eine weitere Krise verhindert werden soll.

Weitere Zinserhöhung geplant

Trotz der hartnäckig niedrigen Inflation rechnet US-Zentralbanker John Williams mit einer weiteren Zinserhöhung in diesem Jahr. Die US-Notenbank Fed werde in den nächsten Monaten zudem damit anfangen, ihre Bilanz abzubauen, sagte der Präsident der San Francisco Fed am Dienstag in Sydney. Die derzeitige schwache Inflation sei nur vorübergehend. Das angepeilte Ziel von zwei Prozent werde im Laufe des kommenden Jahres wieder erreicht. Die Abschwächung der Inflation in jüngster Zeit hatte Überlegungen laut werden lassen, die Fed könnte die nächsten Zinserhöhungen hinauszögern. Sollte die Teuerung nicht so anziehen wie gewünscht, könnte das für langsamere Zinserhöhungen sprechen als bislang geplant, sagte er.

Hinweise auf Zeitpunkt und Ausmaß der nächsten Zinserhöhungen könnte US-Notenbankchefin Janet Yellen geben. Sie steht am Mittwoch und Donnerstag Rede und Antwort vor dem US-Kongress. (APA, 11.7.2017)

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