ÖVP liegt in Umfragen weiterhin vorn

    10. Juli 2017, 10:17
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    Seit der Übernahme durch Sebastian Kurz hält die ÖVP den ersten Platz. Die Grünen bangen um die Zweistelligkeit

    Wien – Die ÖVP liegt seit der Übernahme der Parteiführung durch Sebastian Kurz in den Umfragen bezüglich der Nationalratswahl am 15. Oktober weiterhin klar auf Platz eins – und zwar stabil mit Werten deutlich über 30 Prozent. Die FPÖ, die bis zur Personalrochade bei der nun türkisen Liste Kurz fast durchgehend die Umfragen angeführt hatte, sackte zuletzt teilweise auf Platz drei hinter die SPÖ ab.

    Der Wechsel von Reinhold Mitterlehner zu Kurz an der ÖVP-Spitze im Mai hat sich in den Umfragen (Übersicht abrufbar auf dem Online-Portal "Neuwal") mit dem deutlichen Sprung der ÖVP von Platz drei auf eins niedergeschlagen, während die FPÖ ihren ersten Rang einbüßte. Unter Mitterlehner lag die Volkspartei in den Umfragen noch um die 20 Prozent, nach der Übernahme von Kurz schossen die Werte auf deutlich über 30 Prozent mit Spitzen bis 35 Prozent.

    FPÖ rutscht ab

    Davor lagen die Blauen seit Frühjahr 2015 ununterbrochen in Führung – und das mit großem Vorsprung auf SPÖ und ÖVP von zwischenzeitlich knapp zehn Prozentpunkten. Mit dem ÖVP-Personalwechsel brachen die blauen Umfragewerte von mehr als 30 Prozent auf um die 25 Prozent ein.

    Die SPÖ hatte ab Mai 2016 – nach der Designierung von Christian Kern zum neuen Parteichef – einen Aufschwung erlebt. Nachdem sie bis dahin in den Umfragen mit der ÖVP um Platz zwei rang, konnte Kern den Abstand zur ÖVP vergrößern. Erst nach dem Wechsel zu Kurz wurde alles durcheinandergewirbelt, und die SPÖ fand sich in einigen Umfragen nur noch auf dem dritten Platz wieder – mit Werten zwischen 21 und 28 Prozent (mit einzelnen Abweichungen bis 31 Prozent).

    Liste Pilz würde Grünen und Roten schaden

    Glaubt man den Umfragen, müssen die Grünen um die Zweistelligkeit bangen. Während die Partei in der Sonntagsfrage bis ins Frühjahr stets Werte über zehn Prozent aufwies, kratzt sie seither an dieser Marke.

    Eine große Unbekannte ist noch das mögliche Antreten des Grünen Peter Pilz mit einer eigenen Liste. Bisher wurden die Chancen einer "Liste Pilz" erst in einer Umfrage von "Österreich" / Research Affairs erhoben (600 Onlineinterviews mit einer Schwankungsbreite von vier Prozent). Demnach würden derzeit fünf Prozent für Pilz stimmen. Die ÖVP bliebe davon mit 34 Prozent unberührt, leichten Schaden nähme die SPÖ, die nur mehr auf 23 Prozent und Platz drei hinter der FPÖ (25 Prozent) käme. Die Grünen werden in dieser Umfrage mit nur sechs Prozent ausgewiesen, die Neos müssten mit vier Prozent um den Wiedereinzug bangen. Die Umfrage wurde aber noch vor Bekanntwerden des Antretens von Irmgard Griss für die Neos erhoben.

    Laut einer aktuellen Unique-Research-Umfrage für das "Profil" könnten sich 15 Prozent der Österreicher vorstellen, eine Liste Pilz zu wählen. 61 Prozent schlossen in dieser Erhebung hingegen aus, für eine solche Liste zu stimmen.

    Noch viele Unentschlossene

    Trotz des schwarzen Umfragehochs erwarten die Meinungsforscher am 15. Oktober einen Dreikampf. Zwar sei die ÖVP nach dem Obmannwechsel "am besten aus den Startlöchern gekommen", sagt Politikberater Thomas Hofer, aber der Wahltermin sei noch fern.

    Der Politikwissenschafter Peter Filzmaier hält angesichts der vielen Unentschlossenen alle Zahlenspiele für sinnlos. Es gebe derzeit viele Unsicherheitsfaktoren, sagt Filzmaier: So hätten bei der Wahl 2013 rund zehn Prozent für das Team Stronach oder das BZÖ gestimmt – und diese Wahlberechtigten werden im Herbst auf jeden Fall bei einer anderen Partei ihr Kreuz machen oder ins Lager der Nichtwähler wechseln.

    Ein Manko der ÖVP könnte laut Filzmaier sein, dass man von deren Inhalten derzeit noch recht wenig wisse. Kurz will sein Programm erst im September präsentieren. "Im Themenwettbewerb punktet eher SPÖ-Chef Christian Kern mit dem Plan A." Für Hofer war die SPÖ allerdings in den ersten Wochen nach dem ÖVP-Führungswechsel "strategisch von der Rolle": Die Partei habe falsche Reaktionen auf den Mitterlehner-Rücktritt gesetzt, so hätte Kern etwa "locker sagen können, das war das 'schwarze Knittelfeld'". Auch das letztlich ins Leere gelaufene Beharren Kerns auf Kurz als Vizekanzler sei ein Fehler gewesen. (APA, red, 10.7.2017)

    • Die Übernahme durch Sebastian Kurz sorgt für einen Höhenflug der ÖVP in den Umfragen.
      foto: apa/punz

      Die Übernahme durch Sebastian Kurz sorgt für einen Höhenflug der ÖVP in den Umfragen.

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