Fast 500 Beamte bei Protesten gegen G20-Gipfel verletzt

9. Juli 2017, 17:34
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476 Beamte hätten bei den Krawallen Verletzungen erlitten, sagt Einsatzleiter Hartmut Dudde

Hamburg – Bei den Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg sind nach Angaben der Sicherheitsbehörden fast 500 Polizisten verletzt worden. 476 Beamte hätten Verletzungen erlitten, sagte Einsatzleiter Hartmut Dudde am Sonntag. "Darunter Gesichtstreffer durch Pyrotechnik, Fahrrad von der Brücke geworfen, Gehirnerschütterung, Steinbewurf, Flaschenbewurf, Splitter unter dem Visier." Zwei Hubschrauberpiloten seien mit Laserpointern geblendet worden. 186 Personen seien festgenommen, 225 in Gewahrsam genommen worden. Von den Festgenommenen stammten 132 aus Deutschland, acht aus Frankreich und sieben aus Italien.

Kritik am späten Einschreiten der Polizei gegen die stundenlange Randale im Schanzenviertel in der Nacht auf Samstag wiesen die Sicherheitsbehörden zurück. Die Kräfte seien zwar bereitgestanden, es habe aber einen Hinweis auf einen Hinterhalt am Schulterblatt nahe dem Autonomenzentrum Rote Flora gegeben, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Vom Dach eines Hauses an der Straße sei mindestens ein Brandsatz geschleudert worden. Daher habe man aus Sicherheitsgründen auf Spezialeinheiten warten müssen, die das Haus stürmen konnten. Zudem hätten die Linksextremisten Zwillen mit Stahlkugeln eingesetzt. Eine der Kugeln habe sogar die Panzerung eines Wasserwerfers durchschlagen. Auch zwei Polizisten seien durch Zwillenbeschuss verletzt worden.

"Es war schier nicht möglich, an diese Einsatzorte zu kommen", sagte Dudde. Die Polizei habe den Bereich zunächst für sich selbst sichern müssen. "Das war für uns eine neue Erfahrung ... Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es so einen kleinen Konsens gibt, dass man mit lebensbedrohlichen Mitteln nicht auf Polizisten einwirkt – der ist zumindest jetzt im Verlauf des G20-Gipfels in Hamburg deutlich durchbrochen worden." Zur Absicherung des zweitägigen Treffens waren mehr als 20.000 Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz. (Reuters, 9.7.2017)

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