Wiederaufbau in Nepal: Steine der Hoffnung aus Leonding

9. Juli 2017, 19:13
2 Postings

Nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2015 gründete eine oberösterreichische Ärztin mit Gleichgesinnten ein Projekt für Nepal. Mit Erfolg

Linz – Nepal war immer der Plan B im Leben von Elke Kladensky. Sollte der passende Lebenspartner nicht gefunden und die Familie als Plan A nicht umzusetzen sein, dann eben volles Engagement am Himalaja. Geworden ist es letztlich eine Fusion der Lebenspläne: Elke Kladensky ist heute verheiratet, hat drei Kinder – und setzt im Land der höchsten Berge Steine der Hoffnung.

Es sind die tragischen Ereignisse 2015, die die Leondinger Ärztin veranlassen, in "ihrem" Land aktiv zu werden: Bei einem Erdbeben am 25. April und an den Folgetagen sterben mehr als 10.000 Menschen, rund 22.000 werden verletzt. 800.000 Gebäude werden zerstört.

"Da konnten wir einfach mehr tatenlos zusehen. Und so haben mein Mann und ich beschlossen, beim Wiederaufbau zu helfen", erzählt die 41-Jährige im Standard-Gespräch. Eigentlich wurde mit diesem Schritt nur ein Teil der Lebensplanung vorgezogen: "Mein Mann ist Bauunternehmer – wir hatten ohnehin geplant, irgendwann einmal gemeinsam ein Waisenhaus in Nepal zu errichten."

Schulische Hoffnung

Gemeinsam mit sechs Gleichgesinnten aus Bayern sind die Kladenskys heute als "namaste – Hilfe für Nepal e. V." aktiv. Organisiert wird etwa der Wiederaufbau von Schulen. In dem Dorf Bhimeshwor in der damals am stärksten von den Erdstößen betroffenen Region Dolakha etwa konnte mit dem Aufbau der "Aankura English Secondary Boarding School" den Menschen vor Ort ein großes Stück Zukunft gegeben werden.

Am Projektplan des Vereins steht auch der Wiederaufbau einer Krankenstation und eines Wohnprojektes für Senioren. Mit welchen Strapazen die Hilfe vor Ort oft verbunden ist, zeigt sich etwa beim Wiederaufbau der "Shree Bhumiraj School" in Bokchen. Das Dorf liegt rund zehn Autostunden von Kathmandu entfernt an der Grenze zu Tibet. "Eine Straße direkt auf die Hochebenen gibt es aber nicht. Auf die zehn Stunden im Jeep folgt ein dreistündiger Fußmarsch", schildert Kladensky.

Bittere Armut und Fröhlichkeit

Mühen, die die TCM-Spezialistin aber gerne auf sich nimmt: "Die Magie des Landes ist unglaublich. Trotz bitterer Armut herrscht unter den Menschen eine unglaubliche Leichtigkeit und Fröhlichkeit."

Mindestens einmal pro Jahr packt die Ärztin ihre Koffer und besucht die Projektpartner vor Ort. Die Spendengelder – allein in den letzten eineinhalb Jahren beachtliche 150.000 Euro – werden in Nepal von einer Stiftung verwaltet. Kladensky: "Jeder Cent fließt bei uns direkt in die Projekte. Und bei uns gibt es keine Spesenabrechnungen – meine Flüge nach Nepal zahle ich privat."

Es gibt einen klaren Grundsatz im Verein: "Wir zahlen kein Schmiergeld – was gewisse Prozesse am Bau verzögert. Aber wir reichen unsere Hände lieber den Menschen in den Dörfern und nicht korrupten Beamten."

Entstanden ist die Liebe zum kleinen Himalaja-Staat schon während des Studiums: "Ich habe ein halbes Jahr in einer orthopädischen Klinik vor Ort mitgearbeitet. Seitdem lässt mich die Faszination nicht mehr los." (Markus Rohrhofer, 9.7.2017)

  • Seit ihrem Studium ist Elke Kladensky vom Himalaja-Staat Nepal fasziniert. Nach dem verheerenden Erdbeben 2015 hat sich die Ärztin entschlossen, zu helfen.
    foto: werner dedl

    Seit ihrem Studium ist Elke Kladensky vom Himalaja-Staat Nepal fasziniert. Nach dem verheerenden Erdbeben 2015 hat sich die Ärztin entschlossen, zu helfen.

    Share if you care.