Mehr DRM: Kopierschutz soll Standard im Web werden

    9. Juli 2017, 15:48
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    Das World Wide Web Consortium (W3C) will eine Kopierschutztechnik zur Norm machen

    Die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) ist entsetzt: Das World Wide Web Consortium (W3C) habe den "großen Ausverkauf" des Webs gestartet, so die EFF vergangene Woche. Der Grund für die Aufregung ist die offizielle Anerkennung einer Kopierschutztechnik namens Encrypted Media Extension (Eme), die im Web zur Norm werden soll. Das W3C hat dafür grünes Licht gegeben. Eme sorgt dafür, dass Nutzer Videos nicht mehr herunterladen können. Sie soll digitale Rechte im Netz durchsetzen.

    Einschränkungen

    Kritiker bemängeln, dass Clips nicht mehr archiviert werden können und Nutzer etwa keine Privatkopien anfertigen können. Außerdem wird es etwa schwieriger gemacht, Untertitel zu kreieren. Start-Ups und das offene Netz litten unter dem Standard, der von großen IT-Konzernen wie Netflix und Apple eingefordert worden ist.

    Datenschutz?

    W3C-Direktor und WWW-Miterfinder Tim-Berners Lee spricht von einer richtigen Entscheidung. Er verweist darauf, dass dank Eme Plugins wie Flash oder Silverlight der Vergangenheit angehören werden. Außerdem soll der Datenschutz erhöht werden. (red, 9.7.2017)

    • So große Proteste wie das Urheberrechts-Abkommen ACTA hat die Einführung der neuen Standards noch nicht ausgelöst
      foto: dapd/zak

      So große Proteste wie das Urheberrechts-Abkommen ACTA hat die Einführung der neuen Standards noch nicht ausgelöst

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