Hamilton verliert nach Getriebewechsel fünf Startplätze

8. Juli 2017, 12:36
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Geheimhaltung bei Mercedes aus taktischen Gründen – Pilot wurde bereits vor Ankunft in Spielberg informiert – Rundenrekord von Vettel

Spielberg – Lewis Hamilton droht der nächste Rückschlag im Kampf um den Formel-1-Titel. Zwar erzielte der 32-jährige Brite am Freitag im Training für den Österreich-Grand-Prix in Spielberg Bestzeit, kann aber am Samstag nicht die Pole Position holen. Grund dafür ist ein Getriebetausch an seinem Mercedes, wodurch er in der Startaufstellung am Sonntag (Start um 14.00 Uhr) fünf Plätze einbüßen wird.

Laut Mercedes habe man aus taktischen Gründen den Wechsel im Auto so lange wie möglich geheim gehalten. "Wir haben schon am Sonntag nach dem Grand Prix in Baku gewusst, dass ein Zahnrad im Getriebe beschädigt ist", gestand Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am Samstagvormittag.

Hätte man die Information vor der offiziellen Mitteilung durch den Internationalen Automobilverband (FIA) am Freitagabend kommuniziert, dann hätte man der Konkurrenz vorzeitig einen Vorteil verschafft, begründete Mercedes die Geheimhaltung dieses Details. Ferrari-Star Sebastian Vettel, der in der WM 14 Punkte vor Hamilton an der Spitze liegt, konnte aber mit der verspäteten Nachricht der Strafe gegen seinen Hauptrivalen gut leben. Der 30-jährige Deutsche war bei der Ankunft am Samstag im Fahrerlager sichtlich gut gelaunt und schrieb zahlreiche Autogramme.

Vettel mit neuem inofiziellen Rundenrekord

Beim Abschlusstraining am Samstag fuhr Vettel in 1:05,092 Minuten Bestzeit und unterbot damit den inoffiziellen Streckenrekord auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg. Diesen hatte Hamilton bereits am Vortag auf 1:05,483 gedrückt.

Der 32-jährige Engländer, der in der Fahrerwertung 14 Zähler hinter Spitzenreiter Vettel liegt, folgte mit 0,269 Minuten Rückstand auf Platz zwei und beklagte Bremsprobleme am rechten Vorderreifen. Bester Red-Bull-Pilot war der Niederländer Max Verstappen (+0,692) auf Rang fünf unmittelbar hinter den beiden Finnen Valtteri Bottas (Mercedes/0,423) und Kimi Räikönnen (Ferrari/0,519).

Bisher hat seit dem Formel-1-Comeback in der Steiermark im Jahr 2014 ausschließlich Mercedes gewinnen können. Doch nun wittern Ferrari und "Hausherr" Red Bull ihre große Chance, diese Siegesserie zu beenden, da Titelverteidiger Hamilton am Sonntag bestenfalls von Startplatz sechs den neunten WM-Lauf der Saison in Angriff nehmen kann. (APA, 8.7.2017)

  • Kleiner Rückschlag für Lewis Hamilton.
    foto: reuters/ebenbichler

    Kleiner Rückschlag für Lewis Hamilton.

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