Mutmaßliche Provisionen für Eurofighter-Gegengeschäfte

8. Juli 2017, 11:11
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Zur letzten Befragungswoche sind erneut Dokumente durchgesickert. 3,3 Mio. sollen dem Daimler-Konzern zugeflossen sein

Wien – Wohl nicht zufällig und zeitgerecht zur letzten Befragungswoche im Eurofighter-Untersuchungsausschuss sind neuerlich Dokumente durchgesickert, in denen es um von EADS Deutschland bezahlte Gegengeschäftsvergütungen geht. 2,7 Mio. Euro sollen zwischen 2003 und 2010 dem Daimler-Konzern (vormals DaimlerChrysler) zugeflossen sein, berichtete das "profil" am Samstag in einer Vorab-Aussendung.

Im Gegenzug habe EADS im Zuge des Eurofighter-Deals mit Österreich weitere Daimler-Aufträge an österreichische Unternehmen in einer Höhe von 278 Mio. Euro vom Wirtschaftsministerium anrechnen lassen, wovon 263 Mio. Euro auf Magna-Steyr entfielen, so das Nachrichtenmagazin. Daimler-Sprecher Jörg Howe legte in einer Stellungnahme an "profil" Wert auf die Feststellung, dass die "Beauftragung von österreichischen Firmen durch die Daimler AG und die Zusammenarbeit mit EADS gesetzeskonform" gewesen seien.

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Doskozil zum Aus für die Eurofighter.

Bisher bekannt waren 614.300 Euro im Abtausch für die Anrechnung eines Daimler/Rosenbauer-Auftrags in Kroatien im Gegenwert von rund 70 Mio. Euro. Insgesamt sollen sich die Provisionen damit auf 3,3 Mio. Euro belaufen.

Eine vertrauliche Korrespondenz zwischen dem Rüstungskonzern und dem Automobilhersteller soll laut "profil" zudem belegen, dass EADS Deutschland sich 2004 vier Daimler-Aufträge an Magna in einer Höhe von 15,74 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium anrechnen hatte lassen, obwohl dafür keine Zustimmung des Daimler-Managements vorlag. Dies sei "gegen unseren Willen" geschehen, wie es in einem E-Mail eines Daimler-Prokuristen an einen EADS-Direktor vom Mai 2005 heißt.

Die Grünen orten in der Causa einen groß angelegten Gegengeschäftsbetrug gegen die Republik Österreich und planen eine Anzeige. (APA, 8.7.2017)

  • Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil will sie loswerden. Die Aufarbeitung der Beschafffung ist allerdings noch im Gange.
    foto: apa/schneider

    Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil will sie loswerden. Die Aufarbeitung der Beschafffung ist allerdings noch im Gange.

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