Hartmut Dudde: Hamburger Hardliner als Gipfel-Sheriff

    Kopf des Tages7. Juli 2017, 17:13
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    Hartmut Dudde leitet den Polizeieinsatz beim G20-Treffen

    Nicht jeder bei der Hamburger Polizei kann von sich behaupten, dass ihm ein eigener Spruch vorauseilt. "Hart wie Dudde", lautet dieser, bezieht sich auf Hartmut Dudde und sagt viel über den gleichermaßen gepriesenen wie verhassten leitenden Polizeidirektor.

    Es gibt noch mehr Ehre beziehungsweise Schmach, je nachdem, von welcher Seite aus man es sieht. Dudde gilt als Verfechter einer Strategie, die als "Hamburger Linie" in Deutschland bekannt geworden ist. Nicht lange fackeln, heißt diese.

    Wer sich bei einer Demo nicht an die Regeln hält, bekommt polizeiliche Härte zu spüren. "Wenn wir sagen, hier ist Schluss, dann ist da Schluss. Da reagieren wir auch", erklärt der 54-Jährige.

    Dudde stammt ursprünglich aus Karlsruhe und wuchs in Braunschweig auf. Nach dem Abschluss der dreijährigen Fachhochschulausbildung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst stieg er 1984 bei der Hamburger Polizei ein, wo er zunächst als Reviereinsatzführer in Bergedorf und Billstedt tätig war.

    Es folgten Weiterbildungen und Aufstiege, 2012 schließlich berief der damalige Innensenator Michael Neumann (SPD) Dudde zum Chef der Direktion Einsatz. Zuvor hatten sich mehrere Polizeiführer über den "diktatorischen Führungsstil" Duddes beschwert. Doch Neumann bekannte sich als "Dudde-Fan", auch der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ist voll des Lobes. Ein sozialdemokratischer Fanklub für einen Hardliner mag vielleicht ein wenig seltsam anmuten.

    Doch in der Hansestadt, in der es eine starke linke Szene gibt, möchte man nicht, dass sich ein Wahlergebnis wie das von 2001 wiederholt. Damals holte Ronald Schill ("Richter Gnadenlos") mit einer rechtspopulistischen Partei aus dem Stand fast 20 Prozent der Stimmen, nachdem er für mehr Härte des Rechtsstaats plädiert hatte.

    Doch so angesehen Dudde bei Polizei und Politik ist, so groß ist seine Gegnerschaft in der linken Szene. Und es ist nicht nur ein Gefühl. Das Verwaltungsgericht stellte seit 2007 einige Regelverstöße bei Einsätzen fest, an denen Dudde führend beteiligt war. Einmal rückten Polizisten Demonstranten zu nahe, dann durften Transparente nicht mitgeführt werden.

    Dudde ist aber auch hart zu sich selbst. Nach einem Herzinfarkt im Frühjahr war der zweifache Vater nach ein paar Tagen wieder im Dienst, um den Einsatz für den G20-Gipfel vorzubereiten. (Birgit Baumann, 7.7.2017)

    • Polizei-Einsatzleiter für den G20-Gipfel in Hamburg: Hartmut Dudde.
      foto: apa/dpa/daniel bockwoldt

      Polizei-Einsatzleiter für den G20-Gipfel in Hamburg: Hartmut Dudde.

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