Ötzis Axtklinge überrascht Forscher

9. Juli 2017, 12:00
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Neue Analysen ergaben, dass jenes Kupfer, aus dem die bestehende Axtklinge des Eismanns besteht, nicht aus dem Alpenraum stammt

Padua – Ötzi sorgt auch mehr als 25 Jahre nach seiner Entdeckung für Überraschungen. Die neueste betrifft seine Axt, wie ein italienisches Forscherteam um Gilberto Artioli (Uni Padua) im Fachblatt "PLOS One" berichtet. Artioli und seine Kollegen haben nämlich Isotopenanalysen des verarbeiteten Kupfers vorgenommen und dabei festgestellt, dass es weder aus dem Alpenraum noch vom Balkan stammt, wie man bisher angenommen hatte.

Kupfer aus der Südtoskana

Stattdessen dürfte das Kupfererz ziemlich sicher in der Toskana gewonnen und verarbeitet worden sein. Das passe auch gut zu jüngsten archäologischen Funden in der Toskana, wo man Überreste von bis zu 5000 Jahre alten Kupferschlacken und Kupferschmelzen entdeckt hat. Die Südtoskana scheint also schon zu Ötzis Zeiten ein internationales Zentrum der Metallverarbeitung gewesen zu sein.

Unklar ist allerdings, ob das Kupfer von Ötzis Beil in der Toskana zur Klinge geschmiedet wurde oder ob es als Rohmaterial in den Alpenraum gelangte. Womöglich hat Ötzi oder jemand anderes in seinem Umfeld die fertige Klinge aber auch erworben. Der Eismann wirft also auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach seiner Entdeckung immer noch neue Fragen auf. (tasch, 9.7.2017)

  • Das Kupfer, das für diese Klinge verarbeitet wurde, stammt aus der südlichen Toskana. In welcher Form es in den Alpenraum kam, ist unklar.
    südtiroler archäologiemuseum

    Das Kupfer, das für diese Klinge verarbeitet wurde, stammt aus der südlichen Toskana. In welcher Form es in den Alpenraum kam, ist unklar.

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