Lasst wohlbeleibte Männer um uns sein!

7. Juli 2017, 18:18
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Ein Plädoyer für gewichtige Politiker

Erneut ungute Nachrichten von der Polit-Front. Gleich drei gewichtige Spitzenpolitiker, so wird kolportiert, nämlich Häupl, Niessl und Doskozil, haben sich neuerdings der Low-Carb-Philosophie verschrieben (und so angeblich etliche Kilos verloren).

Low Carb, das bedeutet: uneingeschränkter Verzehr von Steaks, Bratln, Brüstln, Eiern, Scampi, Tofu und ähnlichen Proteinträgern. Wehe aber, Sie kokettierten damit, sich auch nur eine einzige Semmel als Zuspeis zum Bratl einzuverleiben. Nicht einmal daran denken! Denn anders als das friedfertige Fett und das unschuldige Eiweiß ist das Kohlehydrat des Teufels!

Die Funktionsweise dieser Diät ist leicht zu erklären. Nach einer Woche kommt man in einen Gemütszustand, in dem einem Ham und Eggs derart meterweit aus dem Hals hängen, dass man sich lieber ins Knie schießen würde, als eine weitere Portion davon zu verzehren. Dann nimmt man logischerweise ab (es sei denn, man triebe es wie Robert Atkins, Erfinder einer gleichnamigen Ultra-Low-Carb-Diät, der 2003 im Alter von 73 Jahren und einem Gewicht von 117 Kilo verschieden sein soll).

Diktatur der Krischpindln

Die Low-Carb-Manie von Häupl und Co ist Zeugnis eines üblen ernährungspolitischen Paradigmenwechsels. Es ist noch nicht lange her, da verweigerte das Wahlvolk jedem Politiker die Stimme, der weniger als 130 Kilogramm auf die Waage brachte und damit im Verdacht stand, bei politischem Gegenwind über kein ausreichendes Standing zu verfügen ("Trau keinem unter 130"). Heute herrscht eine Diktatur von Krischpindln wie Kern und Kurz. Einzig Donald Trump mit seinem imposanten Fettsteiß darf noch als Gegengewicht gelten.

Schmerzlich zu beobachten, dass sich gerade ein Bonvivant wie Michael Häupl auf seine alten Tage vom Magerwahn anstecken lässt. Bedenklich auch die Abnehmgelüste von Hans Peter Doskozil: Gerade von einem Verteidigungsminister würde man erwarten, dass er im Bedarfsfall allein kraft seiner Leibesfülle als ambulantes Türl mit Seitenteilen gegen anbrandende Negerhorden einspringen könnte.

Daher der Tipp des Krisenkolumnisten: Bitte auf diesen Low-Carb-Schmafu verzichten und stattdessen auf die Klassiker der leichten österreichischen Sommerküche zurückgreifen: Stelzn, Speckknödel sowie Gebackener Emmentaler mit Soß Tratra, und ein paar Kügeln nicht zu vergessen. In diesem Sinn: An Guatn! (Christoph Winder, 8.7.2017)

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