Wer im ORF künftig Recht hat – und wie die RTR zu ihrem Chef kommt

Kolumne10. Juli 2017, 07:00
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Etat-Wochenschau: ORF hat Leiter der Rechtsabteilung ausgeschrieben, Personalchef steht zur Besetzung an

1. ORF sucht Rechtschef

Sie haben noch eine genau Woche. Falls Sie künftig die Rechtsabteilung des Österreichischen Rundfunks leiten wollen. Vorige Woche hat der ORF den Job in Verwendungsgruppe 9 ausgeschrieben, für die "mindestens" 60294 Euro und 8 Cent Bruttojahresgehalt inklusive Sonderzahlungen und Abgeltung unregelmäßiger Dienstzeiten vorgesehen sind. Bis 17. Juli nimmt er Bewerbungen als Leiter oder Leiterin Recht und Auslandsbeziehungen an.

foto: wiener zeitung faksimile

Zur guten Aussicht könnte in Sachen Rechtsabteilung Josef Lusser wohnen, langjähriger Leiter des ORF-Gremienbüros. Aber auch Klaus Kassai, der aus der Medienbehörde 2014 in die Rechtsabteiung des ORF wechselte. Oder Markus Kastner, der war in der ORF-Rechtsabteilung, bevor er 2009 Referent im Büro des ORF-Generals wurde.

foto: apa/georg hochmuth
August 2016, der General vor seiner Wiederbestellung, mit seinem Stab – links vorne zum Beispiel Markus Kastner, gleich hinter dem General Büroleiter Michael Wimmer, und rechts vorne Kommunikationschef Martin Biedermann.

2. ORF hat keinen Personalchef

Auch andere Namen aus dem Büro von ORF-Chef Alexander Wrabetz tauchen in dem Zusammenhang wieder auf, wie schon für den ebenfalls unbesetzten, aber noch nicht ausgeschriebenen Job des ORF-Personalchefs und zuvor für die Geschäftsführung der Rundfunk- und Telekomregulierung. Aber auch solche vielfältigen High Potentials im besten Alter brauchen einmal eine Wochenschau-Pause.

3. Bei der RTR wird es ernst

Der Mann hat sich schließlich doch nicht um die RTR beworben, vielleicht, weil die Privatsender gar so vehement gegen eine Schlüsselkraft des ORF-Generals als obersten Rundfunkförderer des Landes mobil machten. Immerhin hat der RTR-Chef einigen Einblick in die Gebarung auch der Privatsender, die RTR und KommAustria mit Beiträgen mitfinanzieren.

Mittwoch und Donnerstag tritt nun eine Auswahl der 21 Bewerber zum Hearing vor einer Reihe Sektionschefs des Bundeskanzleramts an. Gegen den lange schon als Favoriten gehandelten Oliver Stribl (Manstein-Verlag, davor Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien) tritt nun wie berichtet etwa Sebastian Loudon an. Er hat fünf Jahre in der RTR gearbeitet und dort die Einführung von Digitalfernsehen geleitet, war danach Herausgeber des Manstein-Verlags, derzeit ist er Österreich-Geschäftsführer der "Zeit". Mehr zu den (kolportierten) Kandidaten unter diesem Link.

Wer RTR-Chef wird, entscheidet nach dem Hearing Medienminister Thomas Drozda (SPÖ). Langzeit-RTR-Chef Alfred Grinschgl feierte Ende Juni den Abschied in die Pension und musste schon, aber durchaus gern, noch einen Monat anhängen. Der Chef oder die Chefin verteilt pro Jahr rund 32 Millionen Euro Förderungen an Privatsender, Produzenten und ORF.

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