Rechnungshof rügt Wien wegen Aufträgen an SPÖ-nahe Firmen

7. Juli 2017, 12:52
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Aufträge an rote Unternehmen wie das Echo-Medienhaus scheinen in der Meldung nach dem Parteiengesetz nicht auf

Wien – Das Parteiengesetz sieht vor, dass Unternehmen im Besitz der öffentlichen Hand melden müssen, wenn sie parteinahe Firmen beauftragen. Auch die Stadt Wien Marketing GmbH hat das getan. Allerdings, so befindet der Rechnungshof in einem aktuellen Bericht, ist dies nur in unzureichendem Ausmaß erfolgt. So sollen etwa Unternehmen, an denen die SPÖ beteiligt ist, nicht aufgeschienen sein.

Das Stadt Wien Marketing, die etwa den Silvesterpfad oder das Filmfestival am Rathausplatz organisiert, meldete für 2013 abgeschlossene Rechtsgeschäfte im Ausmaß von rund 275.000 Euro. Beauftragt wurden laut dieser Aufstellung ausschließlich Firmen, an denen die ÖVP beteiligt ist – zum Beispiel Druckereien. Laut Rechnungshof fehlten in der Liste jedoch Aufträge im Ausmaß von fast 200.000 Euro. So schienen etwa Unternehmen des SPÖ-nahen Echo-Medienhauses nicht auf.

Das Fehlen könnte zum einen technische Gründe haben, da eine von insgesamt zwei Übermittlungen nicht einwandfrei funktioniert haben soll. Allerdings, so konstatierte der RH nach einer entsprechenden Prüfung, hätten auch in der zunächst nicht eingetroffenen Meldung Aufträge gefehlt. Aber auch ein rechtliches Problem hat sich laut Rechnungshof gezeigt.

Unklarheit im Gesetz

Denn im Gesetz sei nicht klar definiert, was ein "abgeschlossenes Rechtsgeschäft" sei, "wodurch den Meldeverpflichteten Interpretationsmöglichkeiten offenstanden". Dieser könne wählen, ob er etwa den Zeitpunkt der Leistungserbringung oder der Zahlung im Berichtszeitraum berücksichtigt. Das erschwere vor allem die Vergleichbarkeit, beklagt der Rechnungshof – der empfahl, den Zeitpunkt der Zahlungen für die Zuordnung heranzuziehen.

Der Bund wird diesem Ansinnen jedoch nicht nachkommen, wie es in einer Stellungnahme heißt. Der Gesetzestext lasse nur die Auslegung zu, dass das Datum des Geschäfts ausschlaggebend sei, befand man im Bundeskanzleramt. (APA, 7.7.2017)

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