Blockchain-Technologie beschäftigt immer mehr Manager

7. Juli 2017, 12:37
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IBM-Studie: 60 Prozent sind noch nicht darauf vorbereitet – Chancen für innovative Geschäftsmodelle

Die durch die Kunstwährung Bitcoin bekannt gewordene Blockchain-Technologie beschäftigt immer mehr Manager. Laut einer IBM-Studie gab ein Drittel von weltweit fast 3.000 befragten Führungskräften an, Blockchain in ihrem Unternehmen entweder bereits zu nutzen oder dies in Betracht zu ziehen. Die meisten wollen damit finanztechnischen Veränderungen begegnen oder neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Diese weltweite Studie sei die bisher umfangreichste Untersuchung zu diesem Thema und Teil einer Reihe von sogenannten "C-Suite"-Studien (der Buchstabe "C" steht für "Chief"), teilte IBM am Freitag anlässlich eines Pressegespräches mit Oliver Gahr, Blockchain Leader DACH, in Wien mit. Die Studien beruhen auf Interviews mit Führungskräften aus unterschiedlichen Branchen.

Wird als Chance gesehen

Führungskräfte sehen die Blockchain-Technologie als Chance, weil sie neue Transaktionsmöglichkeiten mit mehr Vertrauen, Transparenz und Nachvollziehbarkeit innerhalb von Partnernetzwerken erlaube und neue Wettbewerbsvorteile eröffne, so IBM. 60 Prozent der befragten Top-Manager gaben an, noch nicht genug darauf vorbereitet zu sein.

Weitere Ergebnisse: 33 Prozent nutzen Blockchain bereits oder ziehen sie in Betracht, 63 Prozent möchten damit die Transparenz bei Transaktionen erhöhen. 78 Prozent sagen, sei möchten damit auf finanztechnische Veränderungen reagieren oder neue Geschäftsmodelle entwickeln und 71 Prozent der Nutzer glauben, dass Industriekonsortien wichtig sind, um die Technologie weiter voranzutreiben. Acht von zehn der Befragten, die mit Blockchain schon experimentieren, sagen, dass sie die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern nicht gewohnt sind.

"Mit Blockchain wird es möglich, dass alle Beteiligten zur selben Zeit den selben Vorgang im Blick haben", so Brigid McDermott, bei IBM für die Blockchain-Geschäftsentwicklung zuständig.

Effizienzsteigerungen erhofft

Eine IBM-Studie unter Schweizer Unternehmen zeigt weiters, dass nicht nur Unternehmen im Finanzwesen sondern vor allem im Distributionssektor am intensivsten an Blockchain-Lösungen arbeiten. Dazu zählen Konsumgüter, Einzelhandel, Pharma, IT-Dienstleistungen und der Transport. Über alle Branchen hinweg arbeitet bereits ein Drittel der befragten Unternehmen an Blockchain, ein weiteres Drittel beginnt sich zu interessieren und der Rest hat noch kein Interesse. Den größten Nutzen erwarten sich die Befragten durch Effizienzsteigerungen.

Viele der befragten Unternehmen erwarten einen Markteinfluss der Blockchain-Technologie ab 2019. Als Hemmnisse angesehen werden fehlende Standards und regulatorische Auflagen.

2016 haben die befragten Schweizer Unternehmen weniger als 1 Prozent ihres Projektbudgets für Blockchain ausgegeben. 39 Prozent wollen im Zeitraum 2017 bis 2019 1 bis 3 Prozent dafür ausgeben. 2016 waren es erst 5 Prozent. Nur 6 Prozent gehen davon aus, dass sie das Thema Blockchain in Zukunft nicht betreffen. (APA, 07.07.2017)

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