Berlin verlangt im Fall Yücel Anklageschrift von Ankara

7. Juli 2017, 06:53
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Zeitungskorrespondent seit mehr als 140 Tagen in Türkei inhaftiert

Berlin – Die deutsche Regierung setzt sich unvermindert für eine Freilassung des seit mehr als 140 Tagen in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel ein. "Wir sind kontinuierlich mit der türkischen Regierung im Gespräch und fordern ein zügiges und rechtsstaatliches Verfahren für Deniz Yücel", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, der Zeitung "Die Welt".

Der Journalist und "Welt"-Korrespondent, der die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit hat, müsse aus der Untersuchungshaft freigelassen werden. "Das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit verlangt eine Anklageschrift, die die erhobenen Vorwürfe konkret benennt. Bisher haben wir nur Vorverurteilungen von Regierungsverantwortlichen gehört, die ihn pauschal als Spion oder Terroristen diffamieren", sagte Roth.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Yücel öffentlich beschuldigt, ein Terrorist und deutscher Spion zu sein. Alle Appelle der deutschen Regierung, den Journalisten freizulassen, waren bisher vergeblich. Roth nannte den Fall "eine schwere Belastung" für das bilaterales Verhältnis zur Türkei. Auch die Festnahme von Menschenrechtlern bei einem Treffen am Mittwoch in der Nähe von Istanbul sei "ein zutiefst besorgniserregendes Signal". (APA, 7.7.2017)

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