Historische Chance auf dem Rotsee

6. Juli 2017, 18:17
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Magdalena Lobnig könnte als erste Österreicherin zum Sieg im Gesamtweltcup rudern

Luzern – Die Konkurrenz im Frauen-Einer ist groß. 29 Ruderinnen haben für das Weltcup-Finale ab Freitag auf dem Rotsee bei Luzern genannt. Eine der 29 ist Magdalena Lobnig. Die Kärntnerin hat Großes vor, sie will als erste Österreicherin den Gesamtweltcup gewinnen. Nach zwei Stationen und den Plätzen eins und drei liegt Lobnig in der Gesamtwertung einen Punkt vor der britischen Olympia-Zweiten Victoria Thornley in Führung.

"Ich fühle mich sehr gut"

Der erste Weltcupsieg im Juni in Poznan hat Lobnig viel Selbstvertrauen gegeben, sie hatte die 2000 Meter in Weltcup-Rekordzeit zurückgelegt (7:13,26 Minuten), die Bestmarke der Deutschen Katrin Rutschkow von 2003 um 0,86 Sekunden verbessert. "Es ist einfach ein sehr lässiges Gefühl, das klarerweise voll motiviert", sagte die 26-Jährige, die im Frühjahr wochenlang von Rückenschmerzen geplagt worden war. Nun gilt die Konzentration der Rotsee-Regatta. "Ich sage es leise", sagt die Olympiasechste, "aber natürlich will ich den Gesamtweltcup holen." Dazu müsse sie "die nötige Leistung abrufen. Und auch sonst muss alles zusammenpassen. Ich fühle mich sehr gut, bin viel stabiler und ruhiger als vor Poznan."

Vorlauf und bei direkter Qualifikation auch Viertelfinale stehen am Freitag an, das Halbfinale steigt am Samstag, das Finale am Sonntag. Lobnig ist erstmals mit dem Flugzeug angereist und hat das Hotel gewechselt. "In der Unterkunft 2015 und 2016 konnte ich nicht gut schlafen, deshalb bin ich auch nicht gut gefahren." Den letzten Schliff holte sich die Europameisterin von 2016 beim Trainingslager auf dem Bohinjer See in Slowenien.

Gute alte Zeiten

Der Ruderverband (ÖRV) hofft auf den ersten Weltcup-Gesamtsieg seit 2000. Vor 17 Jahren hatten zwei Männer-Vierer triumphiert, das waren Zeiten. Erst im Vorjahr war der ÖRV nach zwei Absenzen wieder olympisch vertreten – durch Lobnig sowie die Brüder Paul und Bernhard Sieber, die im leichten Doppelzweier im Semifinale scheiterten. Die Siebers treten in Luzern erstmals heuer an, für sie geht es um die Qualifikation für die WM im September in Sarasota, Florida. Im Einer startet neben Lobnig auch Birgit Pühringer, im leichten Einer sind Florian Berg und Jakob Zwölfer dabei. (fri, APA, 6.7.2017)

  • Magdalena Lobnig kann in Luzern Historisches schaffen.
    foto: reuters/murad sezer

    Magdalena Lobnig kann in Luzern Historisches schaffen.

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