Denifl schnappt sich in Kitzbühel Gelbes Trikot

6. Juli 2017, 16:45
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Nur der kolumbianische Solosieger Lopez lag bei Bergankunft am Kitzbüheler Horn vor dem Tiroler

Wien/Kitzbühel – Bei seiner siebenten Teilnahme an der Österreich-Rundfahrt hat es für Stefan Denifl erstmals mit dem Gelben Trikot geklappt. Der kletterstarke Tiroler übernahm am Donnerstag nach der Bergankunft auf dem Kitzbüheler Horn als Zweiter der 4. Etappe die Gesamtführung. Der Kolumbianer Miguel Angel Lopez feierte auf dem in Salzburg gestarteten 82,7-km-Abschnitt einen Solosieg mit 17 Sekunden Vorsprung.

Denifl hatte auf dem 7,2 Kilometer langen und bis zu 22 Prozent steilen Anstieg zum Alpenhaus (1.670 m) zuvor einen siebenten Platz (2010) als bestes Resultat erreicht, doch bei der 69. Auflage bot der 29-Jährige eine beeindruckende Leistung. "Es war brutal schwer. In meiner Heimat das Gelbe Trikot zu holen, ist mehr als perfekt", freute sich der Stubaier, "natürlich will ich jetzt vorne bleiben."

Vor der langen Bergetappe über die Glocknerstraße nach St. Johann/Alpendorf am Freitag hat der Profi des irischen Teams Aqua Blue 41 Sekunden Vorsprung auf den Spanier Delio Fernandez, den Tages-Fünften. Lopez ist mit 56 Sekunden Rückstand Gesamt-Dritter.

Entscheidung am Glockner

Denifl sah mit der Übernahme der Führung seine Durststrecke wegen einer langwierigen Knieverletzung überwunden. "Jetzt bin ich wieder auf dem Niveau, wo ich schon einmal war." Er übertraf seine bisher beste Etappenplatzierung in der Heim-Rundfahrt, einen dritten Rang von 2011. Behält er die Führung auch auf der Glockner-Etappe, ist der erste Rundfahrtsieg in der Karriere Denifls, der 2015 Bergkönig der Tour de Suisse war, wohl fix.

Gefahr droht ihm vor allem vom 23-jährigen Lopez. Der Astana-Profi hat im Vorjahr die Tour de Suisse gewonnen, heuer musste er nach einem Sturz mit Fingerbruch aufgeben. Im Anstieg auf das Horn setzte er sich früh von den Konkurrenten ab und gewann als zweiter Kolumbianer nach Dayer Quintana 2014.

Zweitbester Österreicher war Felix Großschartner, der vor dieser Etappe eine Sekunde vor Denifl Gesamt-Sechster war. "Ich hatte nicht die Beine, um so schnell mit ihm raufzufahren", sagte der Oberösterreicher nach dem zehnten Rang (+1:33). In der Gesamtwertung ist der 23-Jährige Fünfter, 1:21 Minuten hinter seinem Landsmann.

Zoidl im roten Bereich

Für Riccardo Zoidl brachte der Tag erneut eine Enttäuschung. Nachdem er auf der ersten Etappe durch einen Sturz vor ihm gebremst worden war und den Anschluss an die erste Gruppe verpasst hatte, riskierte der Gesamtsieger von 2013 im Anstieg zuviel. "Ich habe auf dem ersten Kilometer komplett überdreht und mich nicht mehr erfangen. Ich hätte mir das ganz anders vorgestellt", sagte Zoidl nach dem 25. Platz mit 4:49 Minuten Rückstand. Für den 29-Jährigen geht es am Freitag um ein ehrenvolles Abschneiden. "Es kommt noch eine schwere Etappe." (APA, 6.7.2017)

4. Etappe, Salzburg – Kitzbüheler Horn (82,7 km/Bergankunft): 1. Miguel Angel Lopez (COL) Astana 2:09:16 Std. – 2. Stefan Denifl (AUT) Aqua Blue + 17 Sek. – 3. Giulio Ciccone (ITA) Nationalteam Italien 50 – 4. Alexej Rybalkin (RUS) Gazprom 52 – 5. Delio Fernandez (ESP) Delko Marseille gl. Zeit. – 6. Rein Taaramäe (EST) Katjuscha 54 – 7. Angel Madrazo (ESP) Delko Marseille 1:14 – 8. Sergej Firsanow (RUS) Gazprom 1:26 – 9. Martijn Tusveld (NED) Roompot 1:31 – 10. Felix Großschartner (AUT) CCC 1:33 – 11. Patrick Schelling (SUI) Vorarlberg 1:56 – 12. Hermann Pernsteiner (AUT) Amplatz-BMC 2:10. Weiter: 15. Daniel Geismayr (AUT) Vorarlberg 2:40 – 17. Benjamin Brkic (AUT) Tirol 3:05 – 25. Riccardo Zoidl (AUT) Felbermayr Wels 4:49 – 28. Stephan Rabitsch (AUT) Felbermayr Wels 5:13

Gesamtwertung: 1. Denifl 17:03:10 Std. – 2. Fernandez 41 – 3. Lopez 56 – 4. Taaramäe 1:01 Min. – 5. Großschartner 1:21 – 6. Daniel Teklehaimanot (ERI) Dimension Data 2:21 – 7. Ciccone 2:22 – 8. Rybalkin 2:32 – 9. Madrazo 2:43 – 10. Tusveld 2:50. Weiter: 13. Pernsteiner 3:43- 16. Geismayr 4:12 – 19. Brkic 4:39 – 22. Rabitsch 5:00 – 27. Zoidl 6:21

  • Bärenstarke Kletterleistung von Stefan Denifl am Kitzbüheler Horn.
    foto: apa/expa/jfk

    Bärenstarke Kletterleistung von Stefan Denifl am Kitzbüheler Horn.

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