Bis zu 20.000 Zivilisten zwischen den Fronten in Mossul

6. Juli 2017, 14:53
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Gefechte mit letzten IS-Kämpfern dauern an – Zivilisten durch Schusswechsel und Luftangriffe "in großer Gefahr"

Mossul – Im nordirakischen Mossul stecken nach Angaben der Uno bis zu 20.000 Zivilisten zwischen den Fronten fest, während sich die irakische Armee weiter erbitterte Gefechte mit den letzten Kämpfern der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) liefert. Derzeit könnten noch bis zu 20.000 Zivilisten in den letzten umkämpften Zonen der Altstadt sein, sagte die UN-Hilfskoordinatorin für den Irak, Lise Grande, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Die Zivilisten seien durch Schusswechsel und Luftangriffe "in großer Gefahr". Zudem würden die IS-Kämpfer sie ins Visier nehmen, wenn sie zu fliehen versuchten, sagte Grande. Ihre Lebensbedingungen seien "furchtbar", da es an allem fehle. Von den 915.000 Einwohnern, die seit Beginn der Offensive vor acht Monaten geflohen seien, hätten noch immer 700.000 nicht zurückkehren können.

Teurer Wiederaufbau

Besonders im Westen der Millionenstadt seien mehrere Stadtteile völlig verwüstet. Von den 44 Wohnvierteln der Stadt seien sechs komplett und 22 teilweise zerstört. Laut Grande wird der Wiederaufbau von West-Mossul mehr als 700 Millionen Dollar kosten. Doch noch dauern die Kämpfe weiter an, obwohl Armee und Regierung zuletzt immer wieder den "Sieg" über die Jihadisten meldeten.

Die Stadt war im Juni 2014 praktisch kampflos in die Hände der Extremistengruppe gefallen, die daraufhin ein "Kalifat" in Teilen Syriens und des Iraks ausrief. Seitdem verlor sie jedoch die meisten Gebiete unter ihrer Kontrolle. Nach langer Vorbereitung startete die irakische Armee im Oktober mit Unterstützung schiitischer Milizen und der US-Streitkräfte eine Offensive auf Mossul, die nun kurz vor dem Abschluss steht. (APA, 6.7.2017)

  • Gefechte in der ALtstadt von Mossul am Donnerstag.
    foto: reuters/ahmed saad

    Gefechte in der ALtstadt von Mossul am Donnerstag.

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