Niederösterreich: Rosenkranz verschenkt sich selbst an die Landes-FPÖ

    6. Juli 2017, 12:38
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    Vizeklubobmann führt Landesliste an, will aber auch Spitzenkandidat bei Landtagswahl 2018 sein

    St. Pölten/Wien – Walter Rosenkranz, stellvertretender FPÖ-Klubmann im Parlamentsklub, wird die niederösterreichische Landesliste für die Nationalratswahl im Oktober anführen. Das sei allerdings nur ein "Geschenk auf Zeit": "Ich will und werde die Freiheitlichen als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2018 führen", bekräftigte er den beabsichtigten Wechsel in die Landespolitik, wo er den Einzug in die Landesregierung anstrebt.

    "Ich fahre nicht zweigleisig", hielt der niederösterreichische FPÖ-Parteiobmann in einer Pressekonferenz am Donnerstag fest und wies zugleich Spekulationen zurück, auf Bundesebene für "höhere Ämter" gehandelt zu werden. Es sei mit der Bundespartei abgesprochen, dass er nach Niederösterreich gehe. Da er bis zur Landtagswahl im Nationalrat bleiben wolle, müsse er aufgrund des nun vorgezogenen Votums kandidieren, werde aber anlässlich der konstituierenden Sitzung des Landtags im Frühjahr 2018 aus dem Parlament ausscheiden.

    Kickl auf Platz zwei

    Auf Platz zwei der niederösterreichischen Landesliste wurde vom Bundesvorstand am Mittwoch FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl gereiht. Dahinter folgen die Nationalratsabgeordneten Christian Höbart (geschäftsführender FP-NÖ-Landesparteiobmann), Christian Hafenecker (Landesparteisekretär) sowie die Landesparteiobmann-Stellvertreter Edith Mühlberghuber und Christian Lausch.

    Derzeit stellen die niederösterreichischen Freiheitlichen über Landes- und Regionallisten sechs Abgeordnete. Er glaube an ein siebentes oder auch achtes Mandat, gab sich Rosenkranz zuversichtlich und nannte die weitere Reihung: Bundesrat Werner Herbert (AUF-Bundesvorsitzender) auf Platz sieben, Peter Schmiedlechner (Landwirtschaftskammerrat) auf acht, dahinter der Badener Bezirksparteiobmann Peter Gerstner.

    "Zweikampf mit der Großen Koalition"

    "Wir gehen in einen Zweikampf mit der Großen Koalition", erklärte Rosenkranz zur kommenden Wahlauseinandersetzung. Er erwarte sich Rückenwind aus der Bevölkerung, die es satthabe, von SPÖ und ÖVP schlecht bedient zu werden. Die Landespartei, eine der wichtigsten Landesgruppen, werde sich intensiv in die Wahlwerbung einbringen und einen entscheidenden Beitrag leisten.

    Den NÖ-Wahlkampfauftakt mit Parteichef Heinz Christian Strache kündigte Rosenkranz für den 12. September an. Der inoffizielle Auftakt mit Norbert Hofer werde am 28. August beim "Blauen Montag" im Rahmen des Wachauer Volksfestes in Krems steigen. Die NÖ Statutarstadt wählt ja zeitgleich mit dem Bund einen neuen Gemeinderat – "der gemeinsame Termin war eine FPÖ-Forderung", sagte Rosenkranz, der auch in seiner Heimatstadt als Spitzenkandidat seiner Partei antritt.

    Barbara Rosenkranz, seine – nicht mit ihm verwandte – Vorgängerin als NÖ Parteichefin und langjährige Abgeordnete, die ein Direktmandat hatte, wird dem Nationalrat nach der Wahl nicht mehr angehören. Wie Höbart erläuterte, war sie vom Korneuburger Bezirksparteiobmann bei einer Wahlkreisbesprechung vorgeschlagen worden, wurde aber nicht nominiert. (APA, 6.7.2017)

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