ARBÖ warnt vor Strafen im Ausland

    6. Juli 2017, 13:04
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    Behörden in beliebten Urlaubsländern gehen teils rigoros gegen ausländische Verkehrssünder vor

    Wien – Die ersten Urlauber kehren zurück, und schon laufen die Telefone beim ARBÖ heiß. Grund dafür sind die Behörden in beliebten Urlaubsländern der Österreicher wie Italien, Slowenien, Ungarn oder Kroatien, die jede auch noch so kleine Verfehlung im Straßenverkehr mit teils horrenden Strafen ahnden.

    "Leider", sagt Dr. Stefan Mann, Leiter der ARBÖ-Rechtsabteilung, "bleibt den Autolenkern oftmals keine andere Möglichkeit, als die Strafe zu bezahlen. Auch wenn die rechtliche Deckung für das Eintreiben der Strafe durch den EU-Rahmenbeschluss über die Vollstreckung ausländischer Verwaltungsstrafen vorhanden ist, so ist die Vorgehensweise der ausländischen Behörden teils bedenklich. Dieser Rahmenbeschluss sieht vor, dass alle in einem Mitgliedstaat verhängten Geldstrafen und Geldbußen ab 70 Euro (Ausnahme Deutschland: bereits ab 25 Euro) EU-weit vollstreckt werden können."

    Unverhältnismäßige Strafen

    Immer öfter melden sich betroffene Autolenker, die teils Monate nach dem Urlaubsaufenthalt mit unverhältnismäßigen Strafen konfrontiert werden. Dabei greifen die Behörden auf das gesamte Potpourri an möglichen Verkehrssünden zurück wie zum Beispiel falsch Parken, Geschwindigkeitsübertretung oder nicht bezahlte Autobahngebühr. Belege wie bezahlte Parktickets sind dann meistens nicht mehr vorhanden, wodurch der Beweis, dass die Maut- bzw. Parkgebühr korrekt bezahlt wurde, nicht mehr möglich ist. Darüber hinaus werden die Strafen in der Folge oftmals auch direkt von Inkassobüros oder Anwälten aus Deutschland, Kroatien, Schweden oder England "eingetrieben".

    Doch wie soll man sich als Fahrzeughalter nun verhalten? "Das wichtigste ist, dass man sich im Vorfeld der Urlaubsfahrt über die örtlichen Gegebenheiten informiert. Der ARBÖ-Informationsdienst informiert diesbezüglich gerne. Wenn es dennoch passieren sollte, dass man eine Strafe erhält, sollte man wenn möglich direkt vor Ort bezahlen, da so eine höhere Strafe vermeiden werden kann. Wer die Zahlungsaufforderung nach Hause geschickt bekommt, sollte abklären, ob der Vorwurf gerechtfertigt ist. Wenn ja, sollte die Strafe bezahlt werden, um höhere Strafforderungen zu entgehen", sagt Dr. Mann abschließend. (red, 6.7.2017)

    Service

    Im Großraum Mailand gibt es auf der Autostrada 36 (auch Pedemontana genannt) seit einigen Monaten ein neues, vollständig automatisiertes Mautsystem mit dem Namen "Free Flow". Dabei werden per Sensoren die Kennzeichen durchfahrender Fahrzeuge registriert. Allerdings müssen Autofahrer sich selbstständig um die Bezahlung kümmern, andernfalls drohen empfindliche Geldbußen.

    Mit der Mautbox Telepass allerdings sind Reisende auf der sicheren Seite, da damit auch diese Gebühren einfach mit abgerechnet werden. Der Telepass sorgt in ganz Italien für eine elektronische Bezahlung der Maut und ist für Nicht-Italiener auf www.tolltickets.com bestellbar. Österreicher können die Box auch in Arnoldstein kurz vor der italienischen Grenze abholen.

    • Immer öfter melden sich betroffene Autolenker beim Autofahrerclub ARBÖ, die teils Monate nach dem Urlaubsaufenthalt mit unverhältnismäßigen Strafen konfrontiert werden.
      foto: apa/dpa/jochen lübke

      Immer öfter melden sich betroffene Autolenker beim Autofahrerclub ARBÖ, die teils Monate nach dem Urlaubsaufenthalt mit unverhältnismäßigen Strafen konfrontiert werden.

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