2016 starben erstmals mehr Frauen an Lungen- als an Brustkrebs

6. Juli 2017, 12:01
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Laut Statistik Austria ist die Zunahme an Lungenkrebstoten vor allem eine Folge der steigenden Raucherinnenquote

Wien – Die häufigsten Todesursachen in Österreich waren auch im Jahr 2016 Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Während die Sterblichkeit hier insgesamt aber seit Jahrzehnten zurückgeht, hat Lungenkrebs als Todesursache bei Frauen in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen (plus 18 Prozent). 2016 hat er den Brustkrebs als Krebserkrankung mit dem höchsten Sterberisiko bei Frauen abgelöst.

"Diese Entwicklung ist eine Folge steigender Raucherquoten bei Frauen", analysierten die Experten der Statistik Austria in ihrem am Donnerstag vorgestellten Bericht. Insgesamt starben 1.534 Frauen im Alter von durchschnittlich 70,2 Jahren an Lungenkrebs, der 2016 erstmals den ersten Platz beim Krebs-Sterberisiko bei Frauen (32,9 auf 100.000 Frauen) einnahm, noch knapp vor der Sterblichkeit an Brustkrebs (32,4 auf 100.000 Frauen).

Damit rangierte Lungenkrebs sowohl bei Männern als auch erstmalig bei Frauen an oberster Stelle der Krebssterblichkeit. Das Lungenkrebs-Todesrisiko für Männer hat sich allerdings in den vergangenen zehn Jahren um zehn Prozent verringert. Insgesamt 2.415 Männer starben im vergangenen Jahr an dieser Erkrankung, sie waren durchschnittlich 70,7 Jahre alt.

Anteil der Raucherinnen hat sich verdoppelt

Die Statistik Austria stellt diese Entwicklung in einen Zusammenhang mit dem geänderten Tabakkonsum: 1972 rauchten 39 Prozent der männlichen und zehn Prozent der weiblichen Bevölkerung täglich. Bei Männern nahm der Anteil bis 2014 auf 27 Prozent ab, jener der Raucherinnen stieg auf 22 Prozent.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrafen 41 Prozent (33.248 Personen), Krebs 25 Prozent (20.182 Personen) der 80.669 im vergangenen Jahr Verstorbenen, 39.022 Männer und 41.647 Frauen. Altersbedingte Ursachen waren am häufigsten: 45 Prozent der Todesfälle bei Frauen und 37 Prozent bei Männern seien auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.

Das durchschnittliche Sterbealter in dieser Todesursachengruppe lag für Männer bei 79,9 Jahren und für Frauen bei 86,6 Jahren. Krebs war für 28 Prozent der Todesfälle bei Männern und 23 Prozent bei Frauen verantwortlich. Das durchschnittliche Sterbealter lag hier bei Männern bei 72,8 Jahren und bei Frauen bei 74,3 Jahren.

Weitere relevante Todesursachen waren Krankheiten der Atmungsorgane (sechs Prozent der Todesfälle bei Männern, fünf Prozent bei Frauen) und Krankheiten der Verdauungsorgane (vier Prozent bei Männern, drei Prozent bei Frauen). Das Lebensende aufgrund von äußeren Ursachen, wie Verkehrsunfälle oder Suizide, kam bei Männern (sieben Prozent der Sterbefälle bei Männern) wesentlich häufiger vor als bei Frauen (vier Prozent). Das durchschnittliche Alter bei Männern betrug hier 62 Jahre, bei Frauen 73,6 Jahre. (APA, 6.7.2017)

  • 1972 rauchten 39 Prozent der männlichen Bevölkerung und zehn Prozent der Frauen täglich. Bei Männern ist der Anteil bis 2014 auf 27 Prozent gesunken, jener der Raucherinnen stieg auf 22 Prozent.
    foto: apa/ap/jens meyer

    1972 rauchten 39 Prozent der männlichen Bevölkerung und zehn Prozent der Frauen täglich. Bei Männern ist der Anteil bis 2014 auf 27 Prozent gesunken, jener der Raucherinnen stieg auf 22 Prozent.

  • Die häufigsten Todesursachen in Österreich im Jahr 2016 nach Geschlecht.
    grafik: apa

    Die häufigsten Todesursachen in Österreich im Jahr 2016 nach Geschlecht.

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