Grüne wollen auch bei Pilz-Kandidatur zweistellig abschneiden

6. Juli 2017, 10:13
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Bundessprecherin Felipe ist "irritiert" über die Wechselhaftigkeit der Aussagen des grünen Urgesteins Peter Pilz

Innsbruck – Grünen-Bundessprecherin Ingrid Felipe hat auch im Falle einer Kandidatur von Peter Pilz mit einer eigenen Liste die Zweistelligkeit als Wahlziel der Ökopartei ausgegeben. "Ja natürlich, das ist das Ziel", sagte Felipe im Interview mit der APA. Als "Fundamentaloptimistin" schaue sie auf die Bewegungen und Veränderungen in anderen Ländern in den vergangenen Monaten, die auch wenige erwartet hätten.

Sie führte dabei etwa die Wahl von Emmanuel Macron zum französischen beziehungsweise Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten sowie die "Aufholjagd" von Jeremy Corbyn in Großbritannien an. Bei der bisher letzten Nationalratswahl im Jahr 2013 hatten die Grünen 12,42 Prozent erreicht. Es gebe kaum mehr Stammwähler, zudem würden sich immer mehr Bürger erst im letzten Moment entscheiden, welcher Partei sie ihre Stimme geben, glaubte Felipe nicht an derzeit kursierende negative grüne Umfragewerte. Die Arbeit der Empiriker sei momentan "sehr schwierig".

Wechselhafter Pilz

Mit Pilz habe sie zum bisher letzten Mal am Tag des Bundeskongresses in Linz gesprochen. Dabei habe er ihr noch gesagt, dass er die Grünen unterstützen werde. Wie Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek zeigte sich auch Felipe "irritiert" über die "Wechselhaftigkeit" der Aussagen von Pilz. Ein Antreten mit einer eigenen Liste sei dessen Entscheidung, die Pilz "selbstbestimmt" treffen müsse.

Das Angebot der Partei, das Urgestein auf einen hinteren Platz der Bundesliste zu hieven und einen Vorzugsstimmenwahlkampf zu unterstützen, bestehe weiter. Darüber hinaus gebe es jedoch kein neues Angebot beziehungsweise keinen neuen Versuch, den "Aufdecker" im grünen Boot zu halten. Sie strebe auch aktiv kein weiteres Gespräch mit Pilz in der Causa an, erklärte die Tiroler Landeshauptmannstellvertreterin. Man warte nun dessen Entscheidung nach Beendigung des Eurofighter-Untersuchungsausschusses ab.

Volatile Wählerschaft

Dass eine eigene Pilz-Liste den Grünen schaden würde, ist für Felipe indes nicht von vornherein gesagt: "Das ist schwer zu prognostizieren. Die politische Landschaft ist sehr volatil." Der Rückzug von Eva Glawischnig sei jedenfalls der "mindestens gleich große, wenn nicht der größere Verlust" für die Grünen. Eine Schmerzgrenze hinsichtlich des Wahlergebnisses, ab der auch sie persönliche Konsequenzen ziehen würde, wollte die Neo-Bundessprecherin nicht definieren.

Die mögliche politische Konkurrenz durch Pilz ändere jedenfalls nichts an der Wahlkampfstrategie der Partei und der Aufstellung an der Spitze. Lunacek sei die Frontfrau, sie helfe ihr tatkräftig im Hintergrund und sei für "Steuerung und Management" zuständig, so die 38-Jährige. Felipe schloss einmal mehr aus, nach der Wahl nach Wien zu wechseln – unabhängig von dem Ergebnis. Ihre "mittelfristige Zukunft" sehe sie in Tirol, was in "zehn Jahren" sein werde, könne sie natürlich nicht sagen. Ihr großes Ziel sei "Schwarz-Grün 2" – die Neuauflage der schwarz-grünen Koalition in Tirol nach der Landtagswahl am 25. Februar. Dann werde sie die volle Legislaturperiode von fünf Jahren wieder als Landeshauptmannstellvertreterin fungieren. (APA, 6.7.2017)

  • Ingrid Felipe sucht nicht mehr das Gespräch mit Peter Pilz.
    foto: apa

    Ingrid Felipe sucht nicht mehr das Gespräch mit Peter Pilz.

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