Gabriel: Gefahr einer Eskalation in Katar-Krise vorerst gebannt

6. Juli 2017, 08:51
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Konflikt sei erst einmal "auf Halten gestellt"

Berlin – Die Katar-Krise ist nach Ansicht des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel vorerst etwas entschärft. Während seines Aufenthalts in der Region habe er zwar den Eindruck gehabt, "dass es tatsächlich am Anfang die reale Gefahr einer militärischen Eskalation geben könnte", sagte Gabriel am Donnerstag im Deutschlandfunk. Diese Gefahr sei aber vorerst gebannt. "Ich glaube, dass die zurzeit nicht existiert." Er schließe dies aus der jüngsten Erklärung der vier arabischen Rivalen des Emirats. Der Konflikt sei damit erst einmal "auf Halten gestellt" worden. Man sei einen wesentlichen Schritt weiter. "Aber gelöst ist die Krise nicht. Dafür ist noch viel zu viel Emotion im Raum."

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain haben ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Katar gekappt. Sie werfen dem Emirat Terror-Unterstützung und enge Kontakte zum Iran vor – dem Erzfeind Saudi-Arabiens. Nach Ablauf eines Ultimatums zur Erfüllung eines Forderungskatalogs hatte die Gruppe am Mittwoch erklärt, vorerst auf zusätzliche Sanktionen gegen Katar zu verzichten. Der bereits eingeleitete wirtschaftliche und diplomatische Boykott bleibe aber so lange bestehen, bis Katar von seiner Politik abrücke. (Reuters, 6.7.2017)

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