Tausende Menschen protestierten gegen G20-Gipfel

6. Juli 2017, 09:50
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Demonstranten in Hamburg dürfen nun doch Schlaflager aufbauen – Zusammenhang zwischen G20-Protesten und Brand in Porschezentrum wird geprüft

Hamburg – Tausende Demonstranten haben in Hamburg friedlich gegen den G20-Gipfel protestiert. Etwa 11.000 Menschen zogen am Mittwochabend zu lauter Techno-Musik unter dem Motto "Lieber tanz ich als G20" durch die Innenstadt, wie die Polizei mitteilte. Die Kundgebung sei ohne größere Zwischenfälle verlaufen.

Am frühen Donnerstagmorgen sind jedoch in einem Porschezentrum in der Hansestadt mehrere Luxuswagen in Brand geraten. Die Ermittler gingen von Brandstiftung aus, sagte ein Sprecher der Polizei. Es sei auch Brandbeschleuniger gefunden worden. Ein Zusammenhang mit dem am Freitag beginnenden Gipfeltreffen werde geprüft.

Vor dem Autohaus brannten laut dem Sprecher insgesamt acht Wagen. Bisher gibt es demnach keine Spur von den Tätern und auch kein Bekennerschreiben. Es gebe auch noch keine gesicherte Anhaltspunkte für einen Zusammenhang mit dem Gipfel.

Protest-Camps erlaubt

Unterdessen erhielten G20-Gegner nun doch die Erlaubnis, in zwei Protest-Camps zu übernachten. Im Elbpark Entenwerder genehmigte das Oberverwaltungsgericht Hamburg den Aufbau von 300 Schlafzelten. Auch im Altonaer Volkspark dürfen die Demonstranten übernachten, hier wurden nach Angaben der Polizei ebenfalls 300 Zelte zugelassen.

Die Frage der Übernachtungscamps sorgt seit Wochen für Aufregung. Am Sonntag hatten die Einsatzkräfte noch den Versuch unterbunden, im Protest-Camp Entenwerder Schlafzelte zu errichten. Dabei kam es zu kleineren Auseinandersetzungen. Auch in Altona hatte die Polizei den Aufbau von Schlafzelten zunächst verhindert.

Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer treffen sich am Freitag und Samstag in Hamburg. Zehntausende Gegendemonstranten aus verschiedenen Lagern werden erwartet, darunter bis zu 8.000 gewaltbereite Linksextremisten. Es wird mit Ausschreitungen gerechnet. Mindestens 19.000 Beamte werden das Gipfeltreffen absichern. (APA, 6.7.2017)

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