Atomuhren des Galileo-Programms machen weiter Probleme

    5. Juli 2017, 12:45
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    Wie viele Uhren ausgefallen sind, wollte die EU-Kommission nicht sagen – Leistungsfähigkeit angeblich aber nicht beeinträchtigt

    Brüssel – Beim EU-Satellitenprogramm Galileo gibt es immer noch technische Probleme mit den Atomuhren. Nach Prüfungen der europäischen Raumfahrtbehörde ESA seien die Ursachen nun aber bekannt und es würden Gegenmaßnahmen getroffen, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel. Auswirkungen auf die Leistung des Systems, das zum Beispiel Daten für Auto-Navigationsgeräte liefert, soll es nicht gegeben haben.

    Ausfälle

    Jeder der 18 Galileo-Satelliten im All ist nach Angaben der EU-Kommission sicherheitshalber mit vier Atomuhren ausgestattet, damit es bei Problemen an einzelnen Geräten nicht zu Ausfällen kommt. Eines der festgestellten Probleme ist demnach, dass es unter bestimmten Umständen zu Kurzschlüssen kommen konnte.

    Wie viele Uhren ausgefallen sind, wollte die Brüsseler Behörde nicht sagen. Im Umfeld des Galileo-Programms hieß es aber, Berichte der französischen Zeitung "La Tribune", wonach um die 20 Uhren betroffen seien, seien übertrieben. Die ESA hatte Anfang des Jahres von neun Uhren gesprochen.

    Verzögerungen möglich

    Womöglich führen die Schwierigkeiten auch zu Verzögerungen bei weiteren Satellitenstarts. Laut EU-Kommission sollen erst im Dezember vier zusätzliche Galileo-Satelliten ins All gebracht werden und vier weitere Mitte 2018. Ursprünglich war der Start für August geplant. Die ESA hatte nach Bekanntwerden der Probleme im Jänner gesagt, dass darüber nachgedacht werde, den Start zu verschieben.

    Ob die Änderungen im Zeitplan mit den Problemen an den Atomuhren zusammenhängen, blieb zunächst unklar. Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB, der die aktuellen Satelliten baut, hat jüngst einen 340-Millionen-Auftrag für den Bau von acht weiteren Navigationssatelliten für das Galileo-Programm erhalten.

    Erste Galileo-Dienste sind seit Dezember verfügbar. Das Prestigeprojekt, das Europa vom amerikanischen GPS unabhängig machen soll, war in den vergangenen Jahren wegen großer Kostensteigerungen und jahrelanger Verzögerungen immer wieder in der Kritik. (APA, red, 5. 7. 2017)

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