MH17-Abschuss: Prozess soll in Niederlanden stattfinden

    5. Juli 2017, 10:40
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    Verdächtige sollen "in den Niederlanden und nach niederländischem Recht" vor Gericht gestellt werden – Einrichtung internationalen Gerichts gescheitert

    Amsterdam / Den Haag – Die niederländische Regierung hat am Mittwoch angekündigt, Verdächtige im Fall des Abschusses von Flug MH17 in ihrem Land vor Gericht stellen zu wollen. Wie das Außenministerium mitteilte, soll das Verfahren um die 2014 mutwillig zum Absturz gebrachte Boeing 777 der Malaysia Airlines "auf niederländischem Boden und nach niederländischem Recht" stattfinden.

    Zuvor waren Bemühungen um die Einrichtung eines internationalen Gerichtshofes zum Mord an den 298 an Bord getöteten Menschen gescheitert. Russland hatte entsprechende Bemühungen immer wieder gestoppt.

    Die Maschine war damals in Amsterdam gestartet, die Mehrheit der Passagiere stammte aus den Niederlanden. Neben diesen 196 Menschen kamen auch Personen aus 16 weiteren Ländern zu Tode.

    Streit über Hintergründe

    Die niederländische Flugaufsichtsbehörde war im Oktober 2015 zum Schluss gekommen, dass der Absturz durch die Explosion einer in Russland gefertigten Rakete in unmittelbarer Nähe des Cockpits ausgelöst worden war. Mittlerweile wollen Ermittler auch herausgefunden haben, dass diese von einem Territorium aus abgefeuert wurde, das prorussische Separatisten kontrollierten. Russland bestreitet diese Version vehement und verdächtigt stattdessen die ukrainische Armee, am Abschuss Schuld zu sein.

    Wie der niederländische Außenminister Bert Koenders am Mittwoch sagte, gibt es bisher allerdings nur laufende Ermittlungen – konkrete Personen, die tatverdächtig sind, kenne man bisher nicht. (red, Reuters, 5.7.2017)

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      foto: reuters/maxim zmeyev

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