Thiem und Ofner locker in zweite Wimbledon-Runde

4. Juli 2017, 20:16
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Österreichs Nummer eins hatte mit Vasek Pospisil in Wimbledon ebenso wenig Probleme wie der Qualifikant mit Thomaz Bellucci

Wimbledon – Dominic Thiem hat seine Hausaufgaben erledigt und in der ersten Runde des Tennis-Grand-Slams von Wimbledon einen souveränen Auftaktsieg gefeiert. Der Niederösterreicher besiegte den Kanadier Vasek Pospisil nach nur 1:55 Stunden mit 6:4, 6:4, 6:3 und stellte damit sein persönlich bestes Ergebnis in Wimbledon ein. In der zweiten Runde wartet der Weltranglisten-36. Gilles Simon aus Frankreich.

"Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Ich war sehr fokussiert und bin glücklich, einen so guten Rasenspieler besiegt zu haben", sagte Thiem nach dem Spiel. Der 23-Jährige zeigte auf dem gut gefüllten Court 1 eine durchgehend starke Leistung. Der an Nummer acht gesetzte Österreicher überzeugte mit seinem Aufschlagspiel und ließ im gesamten Match keine einzige Breakchance zu.

"Ich habe gut aufgeschlagen, der Return war auch da. Insgesamt war es ein gutes Match für mich", freute sich Thiem. Im ersten Satz gelang dem Niederösterreicher schon früh das Break zum 3:2. Der Kanadier hielt in der Folge gut mit, musste aber auch im zweiten Durchgang sein Aufschlagspiel zum 4:5 abgeben. Im letzten Satz nahm Thiem Pospisil das Service zum 1:0 und 6:3 ab und zog hochverdient in die zweite Runde ein.

Mit dem Erfolg hat Thiem die Weltranglistenpunkte aus dem vergangenen Jahr bereits erfolgreich verteidigt. Jeder weitere Sieg bringt dem Weltranglisten-Achten damit wertvolle Punkte für das ATP-Ranking.

In der zweiten Runde geht es gegen den Franzosen Gilles Simon. In dieser Saison feierte Thiem bereits zwei Siege gegen den Weltranglisten-36. "Ich werde alles geben, um erstmals in die dritte Runde zu kommen", gab sich der Österreicher kampfbetont. "Es wird ein komplett anderes Match. Wieder ein sehr unangenehmes Los für die zweite Runde. Bin schon sehr gespannt. Es gilt einfach, genauso konzentriert zu sein wie heute." Bei einem Erfolgslauf könnte im Viertelfinale der serbische Superstar Novak Djokovic warten.

Mit einer starken Leistung hat der 21-jährige Sebastian Ofner für eine große Überraschung gesorgt. Der Steirer besiegte den Brasilianer Thomaz Bellucci überraschend klar nach 1:45 Stunden mit 6:2, 6:3, 6:2 und trifft in der zweiten Runde auf den als Nummer 17 gesetzten US-Amerikaner Jack Sock, die Nummer 18 der Welt.

Der Debütant im Hauptbewerb eines Turniers oberhalb der Challenger-Ebene, der sich in Roehampton erfolgreich durch die Qualifikation gekämpft hatte, machte gleich zu Beginn deutlich, dass er sich als krasser Außenseiter nicht kampflos geschlagen geben wird. Das erste Break gelang Ofner zum 3:1, das nächste zum 6:2-Satzgewinn. Im zweiten Durchgang genügte ein Break zum 5:3, um erfolgreich abzuschließen. Im dritten nahm er dem Gegner das Service zum 3:2 und 5:2 ab und servierte anschließend ohne Aufschlagverlust aus.

"Das ist unbeschreiblich, unfassbar", sagte der Steirer. "Der Aufschlag war sehr wichtig, und dass ich von Anfang an Druck gemacht und ihn nicht zum Spielen kommen habe lassen. Das habe ich sehr gut umgesetzt."

Am Anfang sei er nervös gewesen, aber bei weitem nicht so, wie er es erwartet hätte. "Als mir das Break gelungen ist, war es aber, wie wenn es ein normales Match wäre bei einem Future. Ohne Nervosität."

Mit Sock wartet nun eine weit größere Herausforderung. "Ein höheres Kaliber. Ich werde mich aber wieder auf mein Spiel konzentrieren, dass ich gut serviere, dann habe ich auch wieder eine Chance, dass ich gewinne. Ich werde alles geben und schauen, was möglich ist."

Ofner ist aktuell die Nummer 217 der Welt, ein Ranking, das er definitiv verbessern wird. Erst nach der Matura begann der Steirer mit verschärftem Training. Er wird in der Südstadt von Wolfgang Thiem, dem Vater von Dominic Thiem, und Konditionstrainer Florian Pernhaupt betreut. Ofner ist fünffacher Sieger von ITF-Futures, auf Challenger-Ebene bestritt er erst insgesamt 16 Matches, 14 davon heuer. (APA, 4.7.2017)

  • Findet zu seiner Form: Dominic Thiem.
    foto: apa/ap/kirsty wigglesworth

    Findet zu seiner Form: Dominic Thiem.

  • Thiem hat den Boden unter den Füßen verloren.
    foto: apa/ap/kirsty wigglesworth

    Thiem hat den Boden unter den Füßen verloren.

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