Wrabetz sieht "medialen Putschversuch" der Privatsender

4. Juli 2017, 17:25
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Der Forderungskatalog zur Medienpolitik sei "Chuzpe" – "In der Realität gibt es keine Einflussnahme der Politik"

Wien – ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ortet keine verstärkten Versuche der Politik, Einfluss auf den Küniglberg zu nehmen. "Ich sehe da keine großen Veränderungen", sagt er im Interview mit "tv-media". Den Privatsendern, die unlängst einen Forderungskatalog an die Politik losgeschickt hatten, attestiert er "Chuzpe" und sieht sogar einen "medialen Putschversuch".

"Zeit im Bild 2"-Frontmann Armin Wolf hatte im Juni bei der Entgegennahme des Axel-Corti-Preises vor steigendem Druck der Politik auf den ORF gewarnt. Wrabetz kann einen solchen aber nicht erkenne. "Wir sind das wichtigste Informationsmedium der Österreicher. Daher werden wir ganz genau beäugt", meinte er. "Die Politik ist in Vorwahlzeiten traditionellerweise höchst aufmerksam, aber in der Realität gibt es keine Einflussnahme der Politik."

Dass der Verband Österreichischer Privatsender in seinem "Weißbuch" für den österreichischen Medienmarkt jede Menge Änderungsbedarf beim ORF ortet, erzürnt den Generaldirektor: "Man kann das entweder gelassen als Chuzpe sehen oder auch – weniger gelassen – als medialen Putschversuch." Was den Wunsch nach einer allgemeinen Haushaltsabgabe statt der ORF-Gebühr betrifft, ist er auch "sehr skeptisch": "Ich will jedenfalls keine Haushaltsabgabe, die dazu dient, andere Anliegen mitzufinanzieren." (APA, 4.7.2017)

  • ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.
    foto: apa/herbert neubauer

    ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

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