Meinungsforscher über Pilz: "Kollateralschaden für Grüne"

5. Juli 2017, 07:00
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Meinungsforscher Beutelmeyer sieht gute Chancen für eine Liste von Peter Pilz. Dessen Einzug in den Nationalrat wäre für die Grünen ein Fiasko

Wien – Peter Pilz hat den Grünen eine zweiwöchige Interviewpause zugesagt, in der er sich vorwiegend dem Eurofighter-Ausschuss widmen will. Die Grünen bangen, ob sich Pilz tatsächlich an diese Vereinbarung halten wird. Parallel dazu laufen im Hintergrund bereits intensiv die Vorbereitungen, das Antreten einer Liste Pilz zu organisieren. Maßgeblich daran beteiligt ist auch der Wiener Rechtsanwalt Alfred Noll. Das Interesse an dieser Liste sei jedenfalls enorm, auch innerhalb der Grünen scheint es etliche Personen zu geben, die zu einem Engagement bei Pilz bereit wären.

Für die Grünen wäre die Kandidatur von Pilz ein Fiasko, sagt der Meinungsforscher Werner Beutelmeyer. Zumindest zwei bis drei Prozent könnte Pilz von seiner Partei, die bald seine Expartei sein dürfte, abziehen. "Das wäre ein Kollateralschaden für die Grünen", sagt Beutelmeyer im Gespräch mit dem STANDARD. Er traut dem 63-Jährigen zu, den Einzug ins Parlament zu schaffen. Davon ist auch Pilz selbst überzeugt. Aus dem Umfeld der ÖVP gibt es angeblich eine aktuelle Umfrage vom Wochenende, die einer Liste Pilz bis zu zehn Prozent zugesteht.

Emotionale Positionierung

Beutelmeyer hält Pilz für das hedonistische Gegengewicht zu den sonst sehr asketisch auftretenden Grünen. "Pilz verfügt über Buntheit, er ist eine charismatische Persönlichkeit, seine emotionale Positionierung sorgt für Breitenwirkung." Der Abgeordnete verfüge über hohe Sympathiewerte, entscheidend für sein Antreten sei eine Liste, mit der er sein Angebot als Aufdecker verbreitere. Nicht zuletzt sei die Finanzierung des Wahlkampfs wesentlich.

Pilz selbst hat im STANDARD-Interview erklärt, dass er auf Crowdfunding setze und seinen Wahlkampf vor allem über Kleinspenden finanzieren wolle. Als ersten Schritt wird er sich wohl ein eigenes Büro außerhalb der Klubräumlichkeiten der Grünen suchen müssen. (völ, 5.7.2017)

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