EU will Schutz vor hormonell schädigenden Chemikalien erhöhen

4. Juli 2017, 16:19
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EU-Expertengremium einigte sich auf wissenschaftliche Kriterien, um hormonell schädigende Chemikalien in Pflanzenschutzmitteln identifizieren zu können

Brüssel – Der Schutz vor hormonell schädigenden Chemikalien kommt einen Schritt voran. Experten der EU-Staaten einigten sich am Dienstag auf Kriterien für sogenannte endokrine Disruptoren in Pflanzenschutzmitteln. Die Substanzen stehen im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu stören oder Brustkrebs auszulösen. Das Europaparlament und die EU-Staaten bekommen den Vorschlag nun zur Prüfung.

Endokrine Disruptoren sind Stoffe, die den Hormonhaushalt von Menschen oder Tieren negativ beeinflussen und so die Gesundheit beinträchtigen. Der Weichmacher wie Bisphenol A zählt etwa dazu. Das zuständige EU-Expertengremium einigte sich nun auf wissenschaftliche Merkmale, um solche Stoffe zu identifizieren beziehungsweise von anderen Chemikalien abzugrenzen.

Ausweitung auf Schädlingsbekämpfungsmittel geplant

Auf dieser Grundlage könnten die potenziell hormonell schädigenden Chemikalien bewertet und letztlich vom Markt genommen werden, erklärte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. Er nannte dies einen großen Erfolg und einen Schritt hin zu einem umfassenden System der Regulierung dieser Stoffe.

Die Kriterien beziehen sich allerdings zunächst nur auf Bestandteile von Pflanzenschutzmitteln. Als nächstes will die Kommission auch Kriterien für solche Substanzen in Schädlingsbekämpfungsmitteln beschließen. Die Brüsseler Behörde sieht dies als erste Schritte für weitere Schutzmaßnahmen gegen endokrine Disruptoren. Die Strategie soll letztlich auch Spielsachen, Kosmetika und Lebensmittelverpackungen umfassen. (APA, dpa, 4.7.2017)

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