Hype um Kryptowährungen treibt Grafikkartenpreise in die Höhe

    6. Juli 2017, 11:09
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    Bestände werden knapp – Highend-GPUs besonders effektiv beim Erzeugen der virtuellen Münzen

    Kryptowährungen werden immer beliebter und neben dem Bitcoin genießt vor allem Ethereum (Ether) derzeit hohe Popularität. Zwischen Jahresbeginn und heute stieg der Preis für einen Ether von rund acht auf rund 250 Euro und erreichte zwischendurch sogar einen Spitzenwert von über 350 Euro.

    Der Run auf das digitale Geld hat dabei auch Nebenwirkungen auf andere Bereiche. Er ist laut Tom’s Hardware mitverantwortlich für einen massiven Preisanstieg bei Grafikkarten.

    Mittelklasse und Highend betroffen

    Betroffen sind vor allem die Mittelklasse – also etwa die AMD Radeon 570/580 oder Nvidias GTX 1060 sowie Highend-Modelle. Denn diese Karten eigenen sich besonders gut für das Erzeugen verschiedener Kryptowährungen. In dem "Mining" (Schürfen) genannten Prozess müssen bestimmte mathematische Aufgaben gelöst werden, für welche Grafikchips optimiert sind.

    Zur Illustration der Preisentwicklung wurden die Ursprungspreise verschiedener Karten den aktuellen Angeboten bei verschiedenen Händlern gegenüber gestellt. Die untere Mittelklasse und Einsteiger-Hardware wie die Radeon RX560 oder Geforce GTX 1050 befinden sich nach wie vor ungefähr auf ihrem Startniveau.

    440 statt 170 Dollar

    Die Radeon RX 570 war einst mit einer Preisempfehlung von 170 Dollar in den Handel gestartet. Das günstigste von Tom’s Hardware entdeckte Angebot kostet mittlerweile 440 Dollar bei Amazon, also rund das Dreifache. Die RX 580 ist sowohl bei Amazon, Newegg und Bestbuy ausverkauft.

    Ähnliches ist auch bei Nvidia-Karten zu beobachten. Eine GTX 1060 mit drei GB RAM kostete ursprünglich etwa 250 Dollar. Aktuell sind im günstigsten Falle 485 Dollar für ein Modell von PNY auf Amazon zu berappen. Etwas kleiner ist der Unterschied bei der GTX 1070, die einst für 379 Dollar gehandelte Karte kostet nun mindestens 470 Dollar bei Newegg.

    Nur die GTX 1080 scheint von dem Phänomen nicht betroffen zu sein. Sie hat ihr Preisniveau von 700 Dollar ungefähr gehalten. Vereinzelt lassen sich sogar neue Exemplare für weniger Geld als eine GTX 1070 finden – was sie zu einer attraktiveren Option für aufrüstwillige Gamer macht.

    Vorerst keine Änderung zu erwarten

    Den Ausblick beschreibt man pessimistisch. Im Moment sei kein Ende Kryptowährungs-Hypes abzusehen. Manche Hersteller würden mittlerweile Sondermodelle für das Mining anbieten, die wiederum zum Spielen ungeeignet seien. Die langfristigen Auswirkungen auf die Preise der anderen Karten wird jedoch als gering eingeschätzt. (red, 06.07.2017)

    • Eine GTX 1070 des Herstellers EVGA. Insbesondere die Mittelklasse und das Highend-Segment sind vom Preisanstieg betroffen.
      foto: evga

      Eine GTX 1070 des Herstellers EVGA. Insbesondere die Mittelklasse und das Highend-Segment sind vom Preisanstieg betroffen.

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