Streit um gemeinnützige Wohnbauten: Gespräche statt einlenken

    4. Juli 2017, 12:02
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    Käufer dementiert schriftliche Zusicherung der Gemeinnützigkeit

    Im Streit um den Kauf von 4.000 Sozialwohnungen der Wohnbauvereinigung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (WBV-GÖD) hat der "Kurier" heute berichtet, der Investor Michael Tojner habe schriftlich versichert, dass er an deren Gemeinnützigkeit nichts ändern wolle.

    Das wurde mittlerweile dementiert. Christian Hosp, Eigentümer der Käuferin, der Schweizer Keystone Holding, teilte in einer Aussendung mit: "Gemeinsam mit dem bisherigen Management hat der neue Eigentümer über alle kritischen Punkte gesprochen und folgende Einigung erzielt: Deeskalation der aktuellen Lage, Zurückkehren zu gemeinsamen Gesprächen, Aufklärung aller Themen, konstruktive Informationen an die Öffentlichkeit, positiver Geschäftstätigkeitsübergang bis Ende 2018."

    Verlust des sozialen Charakters befürchtet

    Dass der Geschäftspartner Michael Tojner zugesichert habe, dass die Gemeinnützigkeit gegeben sei, könne nicht sein, denn: "Michael Tojner als Berater der Christian Hosp Beteiligungs GmbH tätig und in der Folge gar nicht in der Lage an der Gemeinnützigkeit der Gesellschaft zu rütteln."

    Zum Hintergrund des Streites: Nach dem Verkauf der Sozialwohnungen wird nun befürchtet, dass diese ihren sozialen Charakter verlieren und gewinnbringender am Markt angeboten werden. Daraufhin hatte der Verkäufer, die WBV-GÖD gedroht, mögliche Unstimmigkeiten von der Revision überprüfen zu lassen. Diese hätte diese Woche starten sollen.

    Streit um Heumarkt-Projekt

    Tojner war zuletzt einer breiteren Öffentlichkeit rund um den Streit um das Heumarkt-Projekt in Wien bekannt geworden, das zu heftigen Turbulenzen innerhalb der Wiener Grünen geführt hat und letztendlich doch gebaut werden soll. (APA, 4.7.2017)

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