AK gegen WKÖ: Bonus-Malus für Ältere als Zankapfel

4. Juli 2017, 11:52
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WKÖ: Bonus-Malus hat sich durch gute Beschäftigtendaten erübrigt; AK OÖ: Brauchen eine Verschärfung mit verpflichtenden Quoten

Wien – Erst vergangene Woche hatten die Sozialpartner bei Mindestlohn und Arbeitszeitflexibilisierung ihre gute Zusammenarbeit unterstrichen, nun gibt es Differenzen auf einem Nebenschauplatz: Beim Bonus-Malus-System für die (Nicht-)Beschäftigung von Mitarbeitern ab 50 Jahren, das aufgrund der guten Beschäftigungslage vom Tisch sein dürfte, wie gestern die Wirtschaftskammer (WKÖ) berichtete.

Das sieht die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) aber anders und fordert vielmehr eine Verschärfung in Form einer verpflichtenden Quote, die im Entwurf der Bundesregierung für das Bonus-Malus-System nicht vorgesehen sei.

"Jeder Betrieb, der diese Quote nicht erfüllt, soll zahlen: rund 500 Euro jeden Monat pro fehlendem Beschäftigten", so AK-OÖ-Chef Johann Kalliauer. Er rechnet vor: "In den vergangen zehn Jahren ist die Zahl der älteren Menschen über 50 ohne Beschäftigung um 138 Prozent angestiegen – von damals 41.750 auf nunmehr 99.349." Wer hier wegschaue, verkenne den Ernst der Lage.

Quote im Mai erreicht

Die WKÖ wiederum verweist auf eine Vereinbarung, wonach bei einer bestimmten Beschäftigungsquote mit Stichtag Ende Juni das Bonus-Malus-System obsolet ist. Diese Quote sei im Mai schon erreicht worden, und nachdem im Juni die Beschäftigtenzahlen noch besser waren, werde wohl die Vorgabe erfüllt, so WKÖ-Arbeitsmarktexperte Martin Gleitsmann gestern in einer Aussendung.

Und das ist die Ausgangslage: Im Juni gab es 93.162 Arbeitslose mit 50 Jahren und älter, ein Plus von 3.178 Personen gegenüber dem Sommer des Vorjahres. 6.187 Ältere waren ebenfalls auf Jobsuche, aber in Schulung, das ist eine Zunahme von 609 Personen. (APA, 4.7.2017)

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