Brite wegen geplanten Anschlags auf Elton-John-Konzert verurteilt

    3. Juli 2017, 22:01
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    Lebenslage Haft für geplanten "Massenmord" im Hyde Park und in Einkaufsstraße

    London/Wien – In Großbritannien ist ein 19-jähriger Islamist wegen eines geplanten Bombenanschlags auf ein Konzert von Popstar Elton John zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Haroon S. habe einen "Massenmord" geplant und könne daher frühestens nach 16 Jahren vorzeitig entlassen werden, entschied ein Londoner Gericht am Montag.

    Als Anschlagsziele wählte S. die Oxford Street, eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der britischen Hauptstadt, und ein Konzert von Elton John im Hyde Park am 11. September 2016, dem 15. Jahrestag der islamistischen Terroranschläge in den USA, aus. Bei dem Konzert, bei dem auch die britische Ska-Band Madness aufgetreten war, waren rund 50.000 Zuschauer gewesen.

    S. hatte sich im April schuldig bekannt, im vergangenen Jahr mehrere Anschläge geplant zu haben. Im Prozess war herausgekommen, dass er von Mitgliedern der inzwischen verbotenen Islamistengruppe Al-Muhajiroun des bekannten Predigers Anjem Choudary zu den Anschlagsplänen angeregt wurde. Der Richter Michael Topolski stellte jedoch klar: "Sie wurden nicht geködert, Sie wurden nicht angelockt, Sie wurden nicht verführt." S. habe sich der "Ideologie einer brutalen und barbarischen Organisation zutiefst verpflichtet" gefühlt.

    An verdeckten Ermittler geraten

    Nach Polizeiangaben wollte sich S. für seine Anschlagspläne ein Maschinengewehr, weitere Waffen, eine Sprengstoffweste und eine Bombe beschaffen. Dem Angeklagten gelang es demnach aber nicht, Kredite zu bekommen, um die Waffenkäufe zu finanzieren.

    Im Internet wandte sich der junge Mann darum an einen angeblichen Gesinnungsgenossen, bei dem es sich in Wirklichkeit um einen Agenten des britischen Geheimdienstes handelte. Ihn bat S. nach Angaben der Ermittler um eine Bombe, die mit möglichst vielen Nägeln gefüllt sein sollte und die er an einem belebten Ort zur Explosion bringen wollte. Er fragte zudem nach einem Maschinengewehr und einer Sprengstoffweste, um den "Märtyrertod" zu sterben.

    Im September wurde S. festgenommen. Danach hatte er der Polizei gesagt, das Passwort seines Telefons sei "ISIS", eine Abkürzung für die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Im vergangenen Jahr war bereits der 23-jährige Bruder von S. zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er die Enthauptung eines Soldaten geplant hatte. (APA 3.7.2017)

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