Merkel sieht Gewalt gegen Frauen als Gefahr für stabile Gesellschaften

3. Juli 2017, 17:42
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Kanzlerin über sexuelle Gewalt als Kriegswaffe: Verletzung der Würde betreffe nicht nur Frauen

Der Kampf gegen sexuelle Gewalt an Frauen ist für Bundeskanzlerin Angela Merkel ein essentieller Bestandteil der Stabilisierung von Krisenstaaten. "Dies ist eine zentrale Voraussetzung für die Befriedung und Stabilität einer Gesellschaft und damit für den Wiederaufbau eines Staatswesens, das dann auch wirklich Zukunft haben kann", sagte die Kanzlerin am Donnerstag in Berlin bei einer Veranstaltung der Unions-Bundestagsfraktion zum Thema "Vergewaltigung als Kriegswaffe".

"Jeder einzelne Fall ist widerwärtig"

Merkel erinnerte an die Entführung Hunderter Schülerinnen durch die islamistische Miliz Boko Haram in Nigeria und die Vergewaltigungen durch die Extremistenmiliz IS in Syrien und im Irak. "Jeder einzelne Fall ist widerwärtig. Jeder einzelne Fall ist eine menschliche Tragödie", sagte Merkel. Doch für Merkel ist dies keineswegs ein Problem, das nur Frauen etwas angeht. Aufgrund der Verletzung der Würde und der politischen Dimension betrifft dies alle. Denn es handele sich bei sexueller Gewalt gegen Frauen um eine bewusst eingesetzte Kriegswaffe.

Unterstützung aus Deutschland

Deutschland sei daher sowohl an der Aufarbeitung der Verbrechen, als auch der Verfolgung der Täter unterstützend beteiligt. So ermittele der Generalbundesanwalt seit 2014 gegen IS-Täter wegen Gewalt gegen jesidische Frauen im Irak und unterstütze Strafgerichtshöfe der Vereinten Nationen.

Merkel stellte ihre Äußerungen ausdrücklich in den Zusammenhang mit dem G20-Gipfel kommende Woche in Hamburg und mit internationalen Anstrengungen zur Stabilisierung von vom Krieg zerrütteter Staaten. Die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen sei "unabdingbar" für den dauerhaften Erfolg von Stabilisierungsversuchen, sagte Merkel. Auch für den Zusammenhalt einer Gesellschaft und die Widerstandsfähigkeit in Krisen sei die Gleichberechtigung von Frauen ein wichtiger Bestandteil. (Reuters, 3.7.2017)

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    foto: reuters/fabrizio bensch
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