Der Massentod, der Groß und Klein gleichermaßen traf

4. Juli 2017, 07:00
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Bei der globalen Katastrophe an der Perm-Trias-Grenze waren große Fische wider Erwarten nicht benachteiligt

Bristol – Als eine evolutionäre Faustregel gilt, dass großgewachsene Tierarten von Massenaussterbeereignissen stärker betroffen sind als kleine: Ihr Körper braucht mehr Nahrung, ihr Fortpflanzungszyklus ist länger, oft sind sie weniger flexibel und damit anfälliger für Umweltveränderungen.

Just im größten Massenaussterben der Erdgeschichte glaubt ein internationales Forscherteam mit österreichischer Beteiligung nun aber eine Ausnahme gefunden zu haben: Dieses fand vor 252 Millionen Jahren, am Übergang des Zeitalters des Perm zur Trias, statt. Schätzungen zufolge fielen ihm zwei Drittel aller landbewohnenden Arten und sogar 95 Prozent der Meeresbewohner zum Opfer. Die Ursache dieser Katastrophe ist noch nicht endgültig geklärt. Als gängigste Erklärung gilt jedoch Vulkanismus in gigantischem Ausmaß, der eine Klimaveränderung und die Versauerung der Ozeane bewirkte.

Langer Zeitraum

Das Team um Mark N. Puttick von der Universität Bristol und Jürgen Kriwet von der Universität Wien untersuchte die Vielfalt von Knochenfischen über einen Zeitraum von 100 Millionen Jahren hinweg. In diesen Zeitraum fiel auch die Perm-Trias-Grenze, der besonderes Interesse galt. Von mehr als 750 fossilen Spezies lagen Informationen über die Körpergröße vor.

Das Ergebnis der im Fachmagazin "Paleontology" veröffentlichten Studie lautet kurz gefasst: Die Körpergröße war kein Faktor. Puttick räumt ein, dass dieses Ergebnis dem widerspricht, was man erwarten würde. Auch andere Studien aus der jüngeren Vergangenheit würden aber den Trend zeigen, dass sich aus der Körpergröße nicht unbedingt auf das Aussterberisiko schließen lässt. (red, 4. 7. 2017)

  • Szene aus der frühen Trias: Acht Millionen Jahre nach dem Massenaussterben herrschte in den Meeren schon wieder ein ordentliches Getümmel.
    illustration: brian choo

    Szene aus der frühen Trias: Acht Millionen Jahre nach dem Massenaussterben herrschte in den Meeren schon wieder ein ordentliches Getümmel.

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